Afghanistan : Koalitionstruppen töten Rebellen und Zivilisten

Bei schweren Gefechten in Afghanistan haben die US-geführten Koalitionstruppen nach eigenen Angaben dutzende Rebellen getötet. Im Osten des Landes protestieren unterdessen aufgebrachte Dorfbewohner gegen die US-Truppen - bei einem Hubschrauberangriff waren zuvor ein Vater und dessen Sohn ums Leben gekommen.

KabulAus Protest gegen die Tötung von zwei Zivilisten bei einem Einsatz der US-geführten Truppen in Afghanistan sind am Montag 200 Dorfbewohner im Osten des Landes auf die Straße gegangen. Die Demonstranten im Distrikt Chogjani in der Provinz Nangarhar forderten die Bestrafung der Verantwortlichen, wie Augenzeugen berichteten. Nach Angaben des Distriktpräfekten Hadschi Salmai Khan ertappten US- und afghanische Truppen zunächst einen Mann, der am Straßenrand eine Bombe platzieren wollte. Sie hätten das Feuer eröffnet und den Verdächtigen getötet.

Später griffen die Koalitionstruppen einen mutmaßlichen Schlupfwinkel von Taliban-Kämpfern an. Ein Artilleriegeschoss habe dabei ein Haus getroffen und einen Vater und dessen Sohn getötet. Bei den Opfern habe es sich um Zivilisten, nicht um Taliban gehandelt. Ein Sprecher der Koalitionstruppen bestätigte lediglich, dass ein Hubschrauber auf Extremisten gefeuert und einen der Aufständischen getötet habe. Berichte über zivile Opfer habe es nicht gegeben. Einer der Demonstranten namens Abdul Raouf Khan sagte: "Wir wollen, dass die ausländischen Truppen sich für die Aktion entschuldigen."

Nach Angaben der US-geführten Koalitionstruppen sind in Afghanistan in den vergangenen Tagen dutzende radikalislamische Aufständische getötet und zahlreiche weitere gefangen genommen worden. Die Koalition teilte am Montag mit, nach einem Hinterhalt von Extremisten in der südostafghanischen Provinz Paktika seien bereits am Freitag "rund 55 anti-afghanische Kräfte getötet, 25 verwundet und drei festgenommen" worden. In der südafghanischen Provinzen Helmand und Ghasni seien am Sonntag "mehrere" Extremisten ums Leben gekommen. Elf weitere Aufständische sind demnach bei den beiden Operationen in Gefangenschaft geraten.(jam/AFP/dpa)