Afghanistan : Militäreinsatz zur Befreiung südkoreanischer Geiseln

Afghanische Sicherheitskräfte und ausländische Truppen haben einen Militäreinsatz zur Befreiung von 23 südkoreanischen Geiseln gestartet, die sich in der Gewalt der radikalislamischen Taliban befinden.

Afghanische Sicherheitskräfte und ausländische Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kabul einen Militäreinsatz zur Befreiung von 23 südkoreanischen Geiseln gestartet, die sich in der Gewalt der radikalislamischen Taliban befinden. Die gemeinsame Operation finde im Distrikt Kara Bagh in der Provinz Ghasni südlich von Kabul statt, sagte ein Ministeriumssprecher.

Die radikalislamischen Taliban verlängerten unterdessen ein Ultimatum zur Freilassung der angeblich in ihrer Gewalt befindlichen Koreaner um 24 Stunden. Die Rebellen verkündeten auf ihrer Internetseite, sie hätten das Ultimatum wegen laufender Verhandlungen verlängert. Sie hatten zuvor für die Freilassung der Südkoreaner die Entlassung von ebenso vielen Gesinnungsgenossen aus afghanischer Haft bis Sonntagabend 19 Uhr Ortszeit gefordert.

Nach Taliban-Angaben verhandeln Stammesführer über eine Freilassung der 18 Frauen und 5 Männer. Die südkoreanische Regierung hält nach eigenen Angaben weiter Kontakt zu den Geiselnehmern. Dazu schickte sie auch eine Delegation von Regierungsbeamten nach Afghanistan, um die Verhandlungen voranzutreiben.

Die Nato und die US-geführten Koalitionstruppen in Afghanistan bestätigten den Einsatz zunächst nicht. Die einer christlichen Missions- und Entwicklungshilfegruppe angehörenden Südkoreaner waren am Donnerstag in der Provinz Ghasni entführt worden. Nach Angaben der südkoreanischen Regierung gehören der Gruppe auch 18 Frauen an. (mit AFP)