Afghanistan : Neue Bemühungen um entführte Rot-Kreuz-Helfer

Die in Afghanistan entführten Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz sind weiter in der Gewalt von Geiselnehmern. Inzwischen sind die Staatsangehörigkeiten der Verschleppten bekannt.

KabulMan bemühe sich um die Freilassung des Mazedoniers, des Birmanen und der beiden Afghanen, sagte IKRK-Sprecherin Graziella Piccolo in Kabul. Die Rot-Kreuz-Helfer hatten sich am Mittwochabend nach der in letzter Sekunde gescheiterten Übergabe der deutschen Geisel Rudolf B. in der Provinz Wardak auf den Weg nach Kabul gemacht. Bereits nach wenigen Kilometern waren sie von Unbekannten verschleppt worden.

Aus zuverlässiger Quelle hieß es, der seit mehr als zwei Monaten verschleppte Rudolf B. sei am Mittwoch bereits in Begleitung der Rot-Kreuz-Mitarbeiter und der Geiselnehmer auf dem Weg von dem Versteck in den Bergen zum Übergabepunkt gewesen. Etwa 800 Meter davor habe der Konvoi aber aus unbekannten Gründen abgedreht und sei zurück ins Gebirge gefahren. Die Rot-Kreuz-Mitarbeiter hätten nach der gescheiterten Übergabe so schnell wie möglich nach Kabul zurückkehren wollen und seien auf dem Weg verschleppt worden.

Der Gouverneur des Bezirks Sajed Abad, Anajatullah Mangal, erklärte, Unterhändler stünden mit den Entführern der Rot-Kreuz-Mitarbeiter in Kontakt. Ein militärisches Eingreifen sei auf Anraten des Roten Kreuzes ausgeschlossen worden: "Die Angelegenheit muss durch die Vermittlung von Stammesältesten gelöst werden", sagte der Gouverneur. Mangal hatte zuvor erklärt, es sei unklar, wer die Rotkreuz-Mitarbeiter in seiner Gewalt habe. (mit dpa/AFP)