Afghanistan : Taliban drohen mit Ermordung koreanischer Geiseln

Die Entführung der Südkoreanischen Geiseln spitzt sich zu. Seoul soll Lösegeld gezahlt haben, die Forderung nach der Freilassung von inhaftierten Gesinnungsgenossen wurde aber nicht erfüllt.

Seoul/Kabul Im Entführungsfall der 23 Südkoreaner in Afghanistan ist nach Angaben aus Vermittlerkreisen Geld an die Kidnapper geflossen, um sie von der angedrohten Ermordung ihrer Geiseln abzuhalten. Die Verhandlungen über die Freilassung der Geiseln seien noch im Gange, sagte der afghanische Vermittler. Welche Summe gezahlt worden sei, wollte er nicht sagen.

Zuvor hatten die radikal-islamischen Taliban erneut mit der Ermordung ihrer Geiseln gedroht. Die Regierung in Kabul habe nicht auf ihre Forderung nach der Freilassung von acht inhaftierten Gesinnungsgenossen reagiert, sagte Taliban-Sprecher Kari Mohammed Jusif Ahmadi zur Begründung. Die Liste mit den Gefangenen sei bei den Verhandlungen übergeben worden. Im Gegenzug sollten acht Entführte freigelassen werden. Die jüngste Erklärung Ahmadis folgte nach Ablauf eines erneuten Ultimatums der Taliban am Dienstag.

Die südkoreanische Regierung hat bisher nicht auf die jüngste Drohung der Rebellen reagiert. Aus Regierungskreisen hieß es, die Verhandlungen mit den Taliban hätten eine kritische Phase erreicht. Die Koreaner waren am vorigen Donnerstag in der südlichen Provinz Ghasni entführt worden. (mit dpa)