Afghanistan : Taliban-Geisel schenkt Kollegin die Freiheit

Eine südkoreanische Entwicklungshelferin hat zugunsten einer anderen Geisel auf ihre Freilassung aus der Geiselhaft in Afghanistan verzichtet. Sie habe bereits mehr Erfahrung mit dem Leben in dem Land, begründete die Frau ihre Entscheidung.

SeoulDie beiden kürzlich freigelassenen Südkoreanerinnen berichteten dem Fernsehsender Al Dschasira in einem am Donnerstagabend ausgestrahlten Interview von ihren Erfahrungen in Geiselhaft. Die Taliban hätten der zurückgebliebenen Entwicklungshelferin Lee Ji Young erlaubt, dennoch einen Brief an ihre Familie zu schreiben, den die Freigelassenen mitnahmen. Darin schreibe sie, die Familie solle sich keine Sorgen um sie machen. "Bitte bleibt gesund und fühlt euch wohl", heißt es in dem Brief nach Berichten südkoreanischer Medien.

Lee ist bereits seit Dezember 2006 in Afghanistan. Sie war Leiterin der Gruppe christlicher Entwicklungshelfer, die im Juni dieses Jahres in Afghanistan eintraf. Die Taliban hatten die Südkoreaner am 19. Juli in ihre Gewalt gebracht. Aus der Gruppe der ursprünglich 23 Geiseln wurden zwei Männer erschossen, die beiden kranken Frauen freigelassen. Direktverhandlungen mit einer südkoreanischen Delegation waren nach mehreren Tagen ergebnislos abgebrochen worden. (mit AFP)