Afghanistan : Verwirrung um Südkorea-Geiseln

Das Schicksal der südkoreanischen Geiseln in Afghanistan ist weiter ungewiss. Von Seiten der Taliban gibt es widersprüchliche Angaben. Morgen sollen zwei Frauen aus der Geiselgruppe freigelassen werden. Bei neuen Angriffen am Wochenende starben 29 Menschen.

Afghanistan Geiseln
Gemeinsam gegen islamischen Extremismus: Afghanistans Präsident Karsai (l.) und Pakistans Regierungs-Chef Musharraf (r.) beim...Foto: dpa

Ghasni/KabulDas Schicksal der in Afghanistan von den Taliban verschleppten 21 Südkoreaner ist weiter ungewiss. Zwei der Entführten sollen nach Angaben des Gouverneurs der afghanischen Provinz Ghasni nun am Montag freigelassen werden. Zuvor hatten zwei Taliban-Vertreter mit widersprüchlichen Angaben über eine bereits erfolgte beziehungsweise kurz bevorstehende Freilassung der beiden kranken Frauen für Verwirrung gesorgt. Bei Taliban-Angriffen kamen am Wochenende in verschiedenen Teilen Afghanistans 29 Menschen ums Leben, unter ihnen vier Soldaten der internationalen Schutztruppen.

"Die Taliban haben versprochen, dass sie die beiden Frauen morgen freilassen werden", sagte Gouverneur Miradschuddin Pattan nach der Beendigung einer weiteren Gesprächsrunde zwischen südkoreanischen Unterhändlern und Vertretern der Taliban. Taliban-Kommandeur Abdullah Dschal hatte zuvor gesagt, die beiden kranken Südkoreanerinnen seien weiter in der Hand der Rebellen, sollten aber noch Sonntagnachmittag als Zeichen des guten Willens freigelassen werden. Zuvor hatte Taliban-Sprecher Jussuf Ahmadi seine Ankündigung vom Samstag zurückgenommen, dass die beiden Frauen bereits frei seien.

Militärkoalition verliert drei Soldaten

Die ursprünglich 23 Südkoreaner waren am 19. Juli in der Provinz Ghasni verschleppt worden; zwei Männer der Gruppe hatten die Taliban im Juli getötet. Bei den jüngsten Verhandlungen beharrten die Taliban auf ihrer Forderung nach einem Gefangenenaustausch. Die Bedingung der Taliban, im Gegenzug für die Geiseln müssten Taliban-Kämpfer aus afghanischer Haft freikommen, wird von der Regierung in Kabul strikt abgelehnt.

Die US-geführte Militärkoalition in Afghanistan teilte mit, drei ihrer Soldaten und deren afghanischer Dolmetscher seien in der östlichen Provinz Nangarhar bei einer Bombenexplosion getötet worden. Ein Taliban-Sprecher bekannte sich telefonisch zu dem Anschlag und sagte, die Toten seien US-Soldaten gewesen. Zuvor hatte das britische Verteidigungsministerium mitgeteilt, ein britischer Soldat sei bei einem Überfall im Süden getötet worden. Bei Kämpfen im ganzen Land kamen dutzende weitere Menschen ums Leben.

Musharraf ruft zum Kampf gegen Extremismus auf

Zum Abschluss der viertägigen "Friedens-Dschirga" in Kabul rief Pakistans Staatschef Pervez Musharraf Afghanistan zu mehr Zusammenarbeit im Kampf gegen den islamischen Extremismus auf. Beide Länder würden von einer extremistischen Minderheit bedroht, die für "Gewalt und Rückwärtsgewandtheit" stehe, sagte Musharraf vor den rund 700 Stammesführern, Geistlichen und Politikern. Die Länder dürften sich nicht gegenseitig die Schuld an der Gewalt geben.

Kabul und Washington werfen Islamabad vor, nicht entschieden genug gegen die Taliban und Mitglieder des Terrornetzwerks El Kaida vorzugehen, die sich im Grenzgebiet verborgen halten sollen. (mit AFP)