Afghanistan : Zweite südkoreanische Geisel ermordet aufgefunden

Nach Ablauf des gestrigen Ultimatums der Taliban wurde eine zweite südkoreanische Geisel von der Polizei tot gefunden. In Kabul wurden am Morgen bei einem Anschlag drei ausländische Soldaten verletzt.

Ghasni/KabulDie afghanische Polizei hat die Leiche der zweiten von den Taliban getöteten südkoreanischen Geisel in der Provinz Ghasni gefunden. "Der Leichnam des Südkoreaners wurde in der Nacht im Distrikt Andar gefunden. Er wies Spuren von Kugeln auf", sagte der Chef der Provinzpolizei, Alischah Ahmadsai. Unterdessen wurde in Kabul erneut ein Anschlag auf ausländische Truppen der US-Koalition verübt. Ein Taliban-Sprecher kündigte gegenüber der ARD weitere Erschießungen an, sollte die afghanische Regierung nicht Extremisten aus der haft entlassen.

Die Taliban hatten am Montag erklärt, in Reaktion auf die gescheiterten Verhandlungen mit der afghanischen Regierung einen in ihrer Gewalt befindlichen Südkoreaner erschossen zu haben. In der vergangenen Woche hatten sie bereits einen 42-jährigen Pastor aus der ursprünglich 23 Menschen umfassenden Gruppe erschossen.

Die südkoreanischen Christen, die sich zu einem Hilfseinsatz in Afghanistan aufhielten, waren am 19. Juli in Ghasni verschleppt worden. Die Taliban fordern die Freilassung von acht ihrer Kämpfer aus afghanischen Gefängnissen.

Autobombenanschlag auf Koalitionstruppen

Afghanistan Koreanische Geiseln
In Korea rief die Nachricht der erschossenen Geisel Bestürzung hervor. -Foto: AFP

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Konvoi der US-geführten Koalitionstruppen sind in der Hauptstadt Kabul drei ausländische Soldaten verletzt worden. Auch drei afghanische Zivilisten seien verwundet worden, teilten die Koalitionstruppen mit. Bundeswehr-Soldaten waren nach Angaben des Einsatzführungskommandos in Potsdam "definitiv nicht dabei".

Die Koalitionstruppen teilten weiter mit, der Selbstmordattentäter habe sich nahe des Militärkonvois in einem Auto in die Luft gesprengt. Der Angriff werde untersucht.

Selbstmordanschläge radikal-islamischer Rebellen in Afghanistan haben in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. Früher war diese Anschlagform in Afghanistan unbekannt. (mit AFP/dpa)