Aids-Prozess : Libyen bestätigt Todesstrafen für Bulgarinnen

Das Oberste Gericht Libyens hat die Todesstrafen gegen fünf bulgarische Krankenschwestern offenbar bestätigt. Sie sollen mehr als 400 libysche Kinder mit dem HI-Virus infiziert haben.

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Ihnen droht die Todesstrafe: Die bulgarischen Krankenschwestern und ein palästinensischer Arzt. -Foto: dpa

Tripolis/SofiaDas Oberste Gericht Libyens hat die Todesstrafen gegen fünf bulgarische Krankenschwestern und einen palästinensischen Arzt laut bulgarischem Staatsrundfunk bestätigt. Damit könnte nun nur noch der Oberste Richterrat die Angeklagten begnadigen. Den Schwestern und dem Arzt wird vorgeworfen, sie hätten mehr als 400 libysche Kinder vorsätzlich mit dem HI-Virus angesteckt. Experten hatten den Aids-Ausbruch in dem libyschen Kinderkrankenhaus dagegen auf die schlechte Hygiene zurückgeführt.

Das Verfahren gegen die Krankenschwestern hatte international für Empörung gesorgt. US-Präsident George W. Bush, der eine Annäherung Washingtons an Libyen eingeleitet hatte, hatte bei einem Besuch in Bulgarien kürzlich seine "starke Unterstützung" für eine Freilassung der Krankenschwestern zugesagt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte bei einem Besuch in Libyen vor einem Monat die Krankenschwestern und den palästinensischen Arzt im Gefängnis besucht und bei der libyschen Führung auf eine rasche Freilassung gepocht. (mit dpa)