Airbus-Standorte : EADS will Augsburger Werk wohl doch nicht verkaufen

Wird die Verkaufsliste von EADS gekürzt? Offenbar will der Konzern sein Werk in Augsburg behalten. Die Veräußerung dürfte für das Rüstungsunternehmen zudem schwer sein.

MünchenDer Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS erwägt nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland", die sich auf Branchenkreise beruft, sein Werk in Augsburg doch nicht wie geplant zu verkaufen. Das Werk bleibt zwar weiterhin offiziell auf der Verkaufsliste, aber bevorzugt werden nun die Standorte Varel und Laupheim, die der US-Investor Spirit Aerosystems danach kaufen will.

Ein Sprecher des Konzerns wollte dazu keine Detailangaben machen. "Es gibt keinen neuen Sachstand. Wir sind weiter mit allen Bietern im Gespräch und es besteht die Absicht, bis Jahresende zu einer Lösung zu kommen", sagte er.

Mit rund 2700 Mitarbeitern und 380 Millionen Euro Umsatz ist das Werk in Augsburg einer der ertragreichsten Standorte. Eigentlich war ein Verkauf nicht geplant im Zuge des Sparprogramms "Power 8", aber im August hieß es dann doch, dass das Werk ebenfalls veräußert werden soll. Hauptkunde des Werkes am Standort Augsburg ist Airbus.

Grund für den Rückzug vom Verkauf des Augsburger Werkes ist laut dem Zeitungsbericht die starke Abhängigkeit von EADS von dem Standort. Da der Konzern auf die Zulieferung der Verbundteile, die dort hergestellt werden, angewiesen ist. Zudem macht EADS der schwache Dollar zu schaffen, dieser dürfte es dem Unternehmen erschweren, den gewünschten Preis zu erzielen. (imo)