Al Qaida : Bush schließt Luftangriff in Pakistan nicht aus

US-Präsident Bush will im Zweifel auch ohne das Wissen Islamabads Luftangriffe auf Al-Qaida-Stellungen in Pakistan starten.

Camp DavidUS-Präsident George W. Bush hat Luftangriffe gegen hohe Vertreter des Terrornetzwerks Al Qaida in Pakistan nicht ausgeschlossen. Bei einer Pressekonferenz mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai ging Bush nicht direkt auf die Frage ein, ob er vor einem eventuellen Angriff die Erlaubnis Islamabads einholen werde. Er vertraue darauf, dass durch den ständigen Kontakt mit der pakistanischen Regierung im Ernstfall "die Arbeit schon erledigt werde", sagte Bush ausweichend. In den vergangenen Tagen hatten mehrere Vertreter der US-Regierung Luftangriffe gegen mutmaßliche Al-Qaida-Verstecke im Nordwesten Pakistans nicht ausgeschlossen.

Karsai kündigte für Donnerstag ein Treffen von 700 afghanischen und pakistanischen Stammesführern in Kabul an, bei dem über den Kampf gegen die radikalislamischen Taliban beraten werden soll. "Unser Feind ist noch da, er ist zwar geschlagen, versteckt sich aber in den Bergen", sagte Karsai. Das dreitägige Treffen soll von Karsai und seinem pakistanischen Kollegen Pervez Musharraf eröffnet werden. Bush begrüßte die bevorstehende traditionelle Versammlung, die so genannte Dschirga.

Über die Rolle Irans im Nahen Osten konnten Bush und Karsai keine Einigkeit erzielen. Einen Tag nachdem Karsai mit lobenden Worten über Irans Rolle im Kampf gegen den Terrorismus für Aufregung in den USA gesorgt hatte, bekräftigte Bush seine Absicht, das islamische Land weiterhin zu isolieren. "Wir werden weiterhin an der Isolierung Irans arbeiten, da das Land keine gute Kraft ist und wir sehen können, dass die Iraner einen destabiliserenden Einfluss haben - egal wo sie sind", sagte Bush auf seinem Landsitz in Camp David. Die US-Regierung wirft Iran vor, den Terrorismus zu finanzieren, Aufständische im Irak und in Afghanistan mit Waffen zu versorgen und den Bau der Atombombe zu planen. (mit AFP)