Der Tagesspiegel : Alfred Kerrs "Berliner Plauderbriefe"

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Der Fund ist eine Sensation. Geschätzte 1000 Kolumnen mit dem Titel "Berliner Plauderbriefe" hatte Alfred Kerr für die "Königsberger Allgemeine Zeitung" geschrieben - alle verschwanden in den Kriegswirren. Kerr, als Kritiker, Denker, Polemiker gerühmt wie kein anderer des frühen 20. Jahrhunderts, schrieb über Katzen, die Inflation, die erste Professorin Deutschlands, über unfreundliche Droschkenkutscher und die dräuende Gefahr der Nazis. Schon lange sucht Deborah Vietor-Englaender nach dem Kerr'schen Schatz - und wurde fündig. Nun kann der Tagesspiegel acht dieser Plauderbriefe im Magazin "Sonntag" drucken, erstmals seit fast 100 Jahren sind sie wieder zu lesen. Es sind Dokumente des Berliner Lebens, wie gesagt: Nicht nur für Kerr-Freunde eine Sensation, der wir gerne zwei Seiten einräumen.

Kollege Andreas Austilat war einem ganz anderen Geheimnis auf der Spur: Wo werden William und Kate für den royalen Thronfolger die Wiege kaufen? "Kate schwanger" - das hatte ganz England elektrisiert. Austilat besuchte den Laden in London, in dem Prinzessin Diana das Bettchen für William kaufte, auch das Geschäft, das Kate kürzlich mit einem Weidenkorb verließ. Fazit des Besuchs auf der Insel: Was Kate anfasst, können clevere Geschäftsleute zu Gold machen.

Und dann berichtet Susanne Kippenberger noch von ihrer großen Liebe. Sie gehört der Kaffeekanne, diesem runden, geschwungen, bauchigen Ding. Im Espresso- und Latte-Wahn drohten die Kannen zu verschwinden oder zum Dekor zu werden, seit der Renaissance des Filterkaffees schöpft Kippenberger neue Hoffnung: Es lebe die Kaffeekanne!

Dazu einen delikaten Kuchen wünscht für diesen Sonntag,

Norbert Thomma

Leitender Redakteur "Sonntag"

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