Algerien : Erneut Anschlag mit vielen Toten

Bei einem neuen Anschlag in der Unruhe-Region Kabylei sind mindestens 28 Menschen getötet worden. Der Täter fuhr einen mit Sprengstoff beladenen Wagen in eine Marine-Kaserne.

DellysBei dem Selbstmordanschlag in Dellys wurden rund 60 weitere Menschen verletzt. Der Täter steuerte einen mit Sprengstoff beladenen Wagen in eine Kaserne der Marine. Durch die Wucht der Explosion wurden Teile der Baracken zerstört. Sicherheitskräfte riegelten den Zugang zu der rund hundert Kilometer östlich der Hauptstadt Algier gelegenen Stadt unmittelbar nach dem Anschlag ab. Erst am Donnerstagabend waren in der nordostalgerischen Stadt Batna bei einem Anschlag 22 Menschen getötet worden.

Zunächst hatte es nach dem Anschlag in der Hafenstadt Dellys geheißen, 15 Marine-Soldaten und ein Zivilist seien getötet worden. Außerdem seien mehr als 20 Menschen verletzt worden, davon mehrere schwer. Später wurde die Opferzahl nach oben korrigiert. Ein Sprecher des Zivilschutzes sagte am Nachmittag, die Zahl der Opfer werde vermutlich noch weiter ansteigen. In der Region um Dellys wurden in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Anschläge verübt.

Anschlag auf Präsident Bouteflika

Erst am Donnerstagabend war in der Stadt Batna ein Attentat verübt worden, bei dem auch mehr als hundert Menschen verletzt worden waren. Der Anschlag galt offenbar Präsident Abdelaziz Bouteflika. Bei dem Täter soll es sich ersten Ermittlungen zufolge um einen jungen Islamisten gehandelt haben. Bouteflika kündigte im Fernsehen an, die für das Attentat verantwortlichen "Kriminellen" zu verfolgen, bekräftigte aber gleichzeitig das Festhalten an seiner Politik der nationalen Versöhnung.

Seit der Annullierung eines Urnengangs von 1991, aus dem die mittlerweile aufgelöste Islamische Heilsfront als Sieger hervorgegangen war, kommt es in Algerien immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Islamisten. Vor knapp fünf Monaten waren bei zwei Selbstmordanschlägen in Algier mindestens 30 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden. (mit AFP)