Der Tagesspiegel : Am neuen Ort
11.02.2012 00:00 UhrSie sehen, dass Sie nichts sehen – zumindest bei Gerd Harry Lybke, der seine neuen, zusätzlichen Galerieräume auf der Auguststraße erst einmal leer lässt. Das hat praktische Gründe, weil in der ehemaligen Jüdischen Mädchenschule auch nach der offiziellen Eröffnung noch umgebaut wird. Es lenkt den Blick aber auch auf die behutsam sanierten Räume, in denen Eigen + Art Lab ab April internationale Künstler ausstellt, die (noch) nicht von der Galerie vertreten werden.
Im Kontrast wirkt die Dependance von Camera Work geradezu überfüllt. Die Experten für Fotografie empfehlen sich an der neuen Adresse mit großen Abzügen aus dem Gesamtwerk von Robert Polidori: Aufnahmen aus Versailles oder dem Kreml im Dialog mit Architekturfotografie (bis 21.4.).
Im Anschluss stellt sich Camera Work Contemporary (CWC) über ihr klassisches Genre der Fotografie hinaus Ausstellungen mit Malerei und Skulptur sowie temporäre Kooperationen mit Privatsammlern vor. Ihnen macht Michael Fuchs, der die Verwandlung der denkmalgeschützten Schule in ein Galeriehaus mit Gastronomie durch das vergangene Jahr intensiv begleitet hat, mit seiner ersten Ausstellung „Hang on“ (bis 31.3.) ein echtes Angebot: Von Warhol über George Grosz und Tiepolo bis hin zu Andreas Slominskis Garagentoren ist alles vorhanden, was der Kunstmarkt begehrt. Fuchs, der mit seiner Galerie lange in New York beheimatet war, präsentiert sich in den neuen Räumen als potenter Händler auf dem Secondary-Market – und auch das ist neu in Berlin. cmx
Ehemalige Jüdische Mädchenschule, Auguststraße 11 - 13; Di - Sa 11 - 18 Uhr
















