Der Tagesspiegel : Am Schreibtisch mit Tucholsky

Tintenfass, Füller, Bleistift: Neue Schau in Schloss Rheinsberg

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Rheinsberg, das Kurt Tucholsky vor neunzig Jahren zu seinem „Bilderbuch für Verliebte“ inspirierte, gehört zu den schönsten Orten in Brandenburg. Jetzt ist die Erinnerung an den Schriftsteller noch schöner geworden: Die TucholskyGedenkstätte im Rheinsberger Schloss wurde komplett neu eingerichtet und hat einen neuen Namen bekommen. Sie heißt nun „Tucholsky-Literaturmuseum“. Am Freitag wurde die neue Ausstellung eröffnet. Vor allem authentischer ist sie geworden, sagte ihr Leiter Peter Böthig. So gehören nun ein Schreibtisch aus Tucholskys schwedischem Exil sowie handgeschriebene Post, ein Tintenfass und ein Federhalter, Bleistifte und eine Briefmappe des Schriftstellers zum Inventar.

Außerdem ist die Dauerausstellung klarer gegliedert, besser beleuchtet und informativer beschriftet als bisher, versprach Böthig. Auch eine von weltweit vier Totenmasken des Künstlers, der sich 1935 das Leben nahm, gibt es zu sehen.

Ein Wochenendausflug im Spätsommer 1911 hat Kurt Tucholsky zu „Rheinsberg“ inspiriert. Das „Bilderbuch für Verliebte“ machte den Schriftsteller berühmt. Wo der Künstler damals gewohnt hat, weiß man nicht. Den Platz im Schloss bekam er jedenfalls erst 1993. Schon 1988 hatte der DDR-Ministerrat die Einrichtung einer Gedenkstätte zu Tucholskys 100. Geburtstag beschlossen. Aber bevor die Ausstellung kam, war die DDR verschwunden. obs

Öffnungszeiten ab 30. Januar: dienstags bis sonntags 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr und 13 bis 17 Uhr. Eintritt: zwei (ermäßigt: ein) Euro. Anfahrt per Bahn ab Berlin-Charlottenburg (alle zwei Stunden) oder mit dem Auto über die B 96 bis Gransee und über Köpernitz nach Rheinsberg.

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