Amstetten : Inzest-Opfer gehen wieder in die Schule

Ein Schritt in die Normalität: Vier Monate nach Bekanntwerden des Inzest-Falls im österreichischen Amstetten gehen drei der Kinder, die Josef F. mit seiner eingesperrten Tochter gezeugt hatte, ab kommender Woche wieder in die Schule - unter höchsten Sicherheitsbestimmungen.

WienWie für tausende österreichische Familien beginne auch für die drei Kinder das neue Schuljahr, sagte ein Vertreter des Krankenhauses, das die Inzest-Opfer behandelt, der Zeitung "Kurier" vom Samstag. Die nun wieder eingeschulten Kinder wurden von Josef F. und seiner Frau im Haus aufgezogen und waren bereits vor Bekanntwerden des Skandals zur Schule gegangen.

F.s Tochter sowie drei weitere Kinder waren jahrelang im Keller des Hauses gefangen. Die Wiedereinschulung der zwölf, 14 und 15 Jahre alten Kinder geschehe unter erhöhten Sicherheitsbestimmungen, damit die Opfer nicht von Paparazzi verfolgt würden, sagte der für die Sicherheit der Familie zuständige Krankenhausvertreter dem Blatt weiter. In der ersten Zeit nach ihrer Befreiung aus ihrem Kellerverlies hatte die Familie die Klinik in Amstetten wegen ihrer Belagerung durch Fotografen quasi nicht verlassen können.

Die Tochter war von ihrem Vater Josef F. 24 Jahre lang in einem Keller eingesperrt und regelmäßig vergewaltigt worden. Der Vater zeugte mit seiner Tochter sieben Kinder, von denen eins kurz nach der Geburt starb. Drei der überlebenden Kinder wurden von Josef F. und seiner Frau in ihrem Haus aufgezogen, die übrigen drei mussten mit ihrer Mutter in dem Keller leben. Erst die Einlieferung der schwer erkrankten ältesten Tochter Kerstin ins Krankenhaus am 19. April brachte die Tat ans Tageslicht. (mfa/AFP)