Der Tagesspiegel : Amtsdirektor soll 10000 Euro veruntreut haben Staatsanwaltschaft erhob Anklage/Politiker soll entlassen werden

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Potsdam. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat bestätigt, dass gegen den CDUMann Reiner Oncken, Amtsdirektor von Schenkenländchen (Kreis Dahme-Spreewald) Anklage wegen Untreue erhoben worden ist. Damit bestätigte sie einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Oncken drohen bis zu fünf Jahren Haft. Und der Rausschmiss.

Oncken soll einem Immobilienmakler überhöhte Honorare zugeschanzt haben. Als Verwaltungschef muss er die Grundstücke unbekannter Eigentümer verwalten und die rechtmäßigen Erben ermitteln. Diese Aufgabe übertrug er in einem Fall einem Berliner Makler – und gewährte dafür ein großzügiges Honorar. Rund 14000 Euro „Ermittlungsgebühr“ sind in Rechnung gestellt worden, angeblich wurden dafür 176,5 Arbeitsstunden Akademiker-Stunden Arbeit geleistet. Das sei Betrug, heißt es nun, denn die Erben seien mit ein paar Behördenanfragen zu ermitteln gewesen. Auch die Erben fanden die Rechnung völlig überhöht und wollten nicht zahlen. Deshalb zweigte Oncken knapp 10000 Euro von deren Hauskonto, auf das jahrzehntelang die Miete geflossen war. Die Staatsanwaltschaft sieht darin Veruntreuung. Auch die Kommunalaufsicht will gegen Oncken vorgehen. Laut „Bild“ läuft ein Disziplinarverfahren. Hans-Jürgen Klein, Chef der Kommunalaufsicht des Kreises, rechnet demnach mit einer Haftstrafe. Er kündigte für Oncken die Suspendierung vom Amt und eine Gehaltskürzung an.

Oncken hat schon häufiger mit spektakulären Aktionen auf sich aufmerksam gemacht: So ließ er auf einen benachbarten Campingplatz die Duschen abbaggern oder machte gegen seinen Parteichef Jörg Schönbohm mobil.dpa/Tsp

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