Der Tagesspiegel : Anbaden unter Palmen

Freizeitpark „Tropical Islands“ mit einer großen Gala eröffnet. Ab heute dürfen alle hinein

Claus-Dieter Steyer

Brand - Buchstäblich in der letzten Minute vor der offiziellen Eröffnung des Freizeitparks „Tropical Islands Resort“ gaben die Bagger den Eingang gestern Abend frei. Selbst der Chef des Unternehmens, der aus Malaysia stammende Multimillionär Colin Au, fasste mit an und rückte mit vielen Helfern die Stühle für die rund 2000 Gäste der Eröffnungsgala zurecht.

Acht Monate standen den 500 Arbeitern für den Umbau der einstigen Cargolifterhalle im 60 Kilometer südlich Berlins gelegenen Brand zur Verfügung. „Wir haben einen der schönsten Plätze für Erholung und Unterhaltung geschaffen“, sagte der 55-Jährige. „Berlin und Brandenburg besitzen nun etwas, um das sie Paris, London oder Rom beneiden werden.“ Colin Au und der hinter ihm stehende malaysisch-britische Konzern Tanjong, der sein Geld mit dem Verkauf von Strom, mit Kinos und großen Shows in aller Welt verdient, steckten rund 70 Millionen Euro in den 66 000 Quadratmeter großen Park. Ab heute ist „Tropical Islands“ für alle geöffnet – 24 Stunden und 365 Tage im Jahr.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) reagierte kurz vor seiner Rede ungehalten auf die Frage, ob er denn hier das „Paradies für Arbeitslose“ eröffnen wolle. „Das ist purer Zynismus“, sagte Platzeck. „Hier haben bisher 700 Menschen einen Job gefunden. Und wir hoffen, dass es bald 800 oder sogar 1000 werden.“ Brandenburg könne zwar nicht vom Tourismus allein leben. Immerhin entfiele auf die Branche bereits ein Zehntel aller Einnahmen. „Tropical Islands könnte zu einem Highlight werden, um diesen Anteil noch zu erhöhen“, so Platzeck weiter. Er erinnerte aber auch an die schmerzvolle Vergangenheit der Halle. Mit dem geplanten Bau von Luftschiffen seien einst ebenfalls viele Hoffnungen verbunden gewesen. „Aber vielleicht kam die Technologie zu früh und die Entwicklung wurde am falschen Ende angefangen.“

Nach der Premiere der Show „Viva Brasil“ sprangen die ersten Gäste in das große Südsee-Bassin und in die Lagune. Auch einige andere Gäste wurden nass. Vom Hallendach tropfte Kondenswasser. „Das ändert sich noch“, versicherte die Pressesprecherin Kathrin Schaffner.

Geöffnet: 365 Tage im Jahr rund um die Uhr.

Anreise: Mit dem Auto: Auf der A 13 in Richtung Dresden bis zur Ausfahrt Staakow, dann der Ausschilderung folgen. Mit dem Zug: Der Regionalexpress 2 fährt von Zoo, Friedrichstraße und Ostbahnhof Richtung Cottbus fast im Stundentakt. Vom Bahnhof Brand fahren kostenlos Busse zur Halle. „Berlin Linien Bus“ bietet dreimal täglich Fahrten für fünf Euro an (0800-252 2000).

Preise: Bei Ankunft zwischen 22 und 6 Uhr (außer freitags und sonnabends) kosten vier Stunden 5 Euro. Andere Zeiten sind teurer: Wochentags zwischen 9 und 22 Uhr kosten vier Stunden 15 Euro. Der Höchstpreis von 20 Euro für vier Stunden ist sonnabends und sonntags zwischen 9 und 22 Uhr zu zahlen. Jede weitere angefangene Stunde wird mit einem Euro berechnet. Ermäßigungen für Kinder von 4 bis 13 Jahren und Senioren.

Auskunft: Telefon

035 477/60 50 50

Internet; www.my-

tropical-islands.com

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