Anti-Islamisierungskongress : Bürger wehren sich gegen rechte Kundgebung

Bürger protestieren gegen eine Kundgebung der rechtsradikalen Gruppierung Pro Köln im Umland der Domstadt. Bei einer Pressekonferenz zum Start ihres dreitägigen "Anti-Islamisierungskongresses" beklagte sich die Organisation über "Ausgrenzung" und "Stigmatisierung".

Leichlingen/KölnIn Leichlingen bei Köln stellten sich Bürger mit Umleitungsschildern rund um den Kundgebungsort auf. "Wir wollen die Bevölkerung fernhalten von der Pro-Köln-Demo auf dem Parkplatz, damit möglichst niemand Kenntnis nimmt von den rechten Parolen", sagte eine Teilnehmerin. Nach der Kundgebung von rund 50 Pro-Köln-Leuten wollten Leichlinger Bürger - mit braunen Biotonnen und Besen bewaffnet - den "braunen Dreck wegfegen".

Die Pressekonferenz der rechten Organisation Pro NRW fand in einer beengten Anwaltskanzlei statt. Niemand wollte der Vereinigung einen Raum zur Verfügung stellen. Hier kündigte der Vorsitzende Markus Beisicht an, man werde sich dem "Mob" und den "Blockwarten der political correctness" nicht beugen. 

Nach Polizeibeschluss und zwei Gerichtsentscheidungen dürfen sich die Rechten nicht im Zentrum der Stadt sammeln. Der "AntiIslamisierungskongress" ist die Neuauflage einer Veranstaltung, die im September 2008 nach Ausschreitungen von linksautonomen Demonstranten aus Sicherheitsgründen kurzfristig von der Polizei gestoppt wurde.

Pro Köln und Pro NRW werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Polizei hat während des "Kongresses" bis Sonntag gut 5000 Beamte auch aus anderen Bundesländern im Einsatz. Am Samstag plant Pro Köln eine zentrale Kundgebung in der Domstadt, ein breites Bündnis hat zu Protesten aufgerufen. (sp/dpa)