Antrittsbesuch : Irak: Brown und Bush sind sich einig

Der neue britische Premier Brown hat bei seinem Antrittsbesuch in den USA kein Abweichen vom bisherigen Kurs im Irak erkennen lassen. Washington sei noch immer die "wichtigste bilaterale Beziehung" Großbritanniens, so Brown.

Brown
Zwei auf einer Linie: Gordon Brown bei seinem Antrittsbesuch in Camp David. -Foto: AFP

Die USA und Großbritannien wollen ihre Politik im Irak und in Afghanistan konsequent fortsetzen. Dies betonten US-Präsident George W. Bush und der neue britische Premierminister Gordon Brown in Camp David. London werde seinen Verpflichtungen im Irak weiter nachkommen, versicherte Brown bei seinem Antrittsbesuch als britischer Regierungschef beim US-Präsidenten. Beide Politiker betonten die "überragende Bedeutung" der bilateralen Beziehungen, Brown sprach von der "historischen Partnerschaft", die es weiter zu stärken gelte.

"Wir haben die Verpflichtung, für Freiheit und Demokratie in der ganzen Welt zu kämpfen", sagte Bush. Brown teile diese Sicht. Der Westen stehe vor den "ersten Kapiteln eines ideologischen Kampfes", sagte Bush. Heute gelte es, "die jungen Demokratien im Irak und in Afghanistan" zu verteidigen. Der Erfolg in diesen Ländern sei entscheidend, um die Feinde der "universellen Werte" von Freiheit und Gerechtigkeit zu besiegen. Brown sprach von einem "Generationen langen Kampf gegen den Terrorismus", in dem sich die Welt befinde. Er und Bush seien sich völlig einig über die Bedeutung dieses Kampfes.

Kein Truppenabzug in Sicht

Im Irak sei es zwar das Ziel, die Verantwortung für die innere Sicherheit "Schritt für Schritt" an die irakische Regierung abzutreten, betonte Brown. Über den Stand der Fortschritte im Sicherheitsbereich im Irak müssten allerdings die britischen und amerikanischen Militärs vor Ort urteilen.

Weder Brown noch Bush sprachen direkt über einen Zeitpunkt für einen Truppenabzug aus dem Irak. Die Stabilisierung im Irak werde noch lange dauern, "genau wie der ideologischen Kampf", betonte Bush. Brown verwies allerdings auf Fortschritte bei der Übertragung von Sicherheitsaufgaben an irakische Kräfte in den vier von Großbritannien kontrollierten Süd-Provinzen im Irak. US-Kommentatoren werteten dies als vorsichtige Hinweise auf mögliche Perspektiven zu einer britischen Truppenreduzierung.

Brown: Darfur-Konflikt ist "größte humanitäre Katastrophe"

Die zentralen Themen des zweitägigen Treffen in Camp David waren neben den Kriegsschauplätzen und dem Terrorismus auch die Lage im Nahen Osten, der Atomkonflikt mit Iran, der Kampf gegen die Armut, die globale Klimaerwärmung und die Krise in der westsudanesischen Region Darfur. Die Situation in Darfur sei derzeit "die größte humanitäre Katastrophe in der Welt", betonte Brown. Der Druck auf Sudan müsse weiter erhöht werden, um die Gewalt zu beenden, die bereits zwei Millionen Menschen in die Flucht getrieben und 200.000 Tote gefordert habe. Bush sprach erneut vom "Völkermord" im Darfur, der beendet werden müsse.

Brown habe vor dem Treffen seinen Wunsch betont, die engen Beziehungen zu Washington noch weiter zu intensivieren. Das Verhältnis zu den USA sei die "wichtigste bilaterale Beziehung" Großbritanniens, die sich auf die gemeinsamen Werte der Freiheit und der Würde des Einzelnen gründe. Er sei immer ein Atlantiker und großer Bewunderer des amerikanischen Unternehmergeistes gewesen, so Brown.

Für den Montagnachmittag plante Brown Gespräche mit Senatoren und Abgeordneten des US-Kongresses. Nach den Gesprächen mit Bush wird Brown am Mittwoch auch eine Rede vor den Vereinten Nationen in New York halten. (mit dpa)