Antrittsrede : Labour-Chef Brown: Fehler im Irak gemacht

Der künftige britische Premierminister Gordon Brown hat in seiner ersten Rede nach der Wahl zum Labour-Vorsitzenden Fehler der derzeitigen Regierung in der Irak-Politik eingeräumt.

ManchesterDer künftige britische Premierminister Gordon Brown hat in seiner ersten Rede nach der Wahl zum Labour-Vorsitzenden Fehler der derzeitigen Regierung in der Irak-Politik eingeräumt. "Wir werden die Lektionen lernen, die wir lernen müssen", sagte Brown am Sonntag vor den Parteidelegierten in Manchester mit Blick auf das britische Engagement in dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land. Die Rede des 56-Jährigen ließ dennoch in der Nahost-Politik keine Veränderung des Kurses von Noch-Regierungschef Tony Blair erwarten. Großbritannien werde auch künftig seine "internationalen Verpflichtungen" erfüllen, betonte Brown. Im Kampf gegen Extremismus werde seine Regierung eine "starke multilaterale Antwort" unterstützen.

Brown, der am Mittwoch auch das Amt des Premiers von Blair übernimmt, betonte in seiner Rede auch, er werde die Themen Erziehungs-, Wohnungs- und Gesundheitspolitik zu den innenpolitischen Prioritäten machen. Gleichzeitig schwor er die Labour-Partei auf moralische Werte ein. "Die Partei die ich führe, muss mehr haben als nur politische Strategien - sie muss eine Seele haben", sagte er unter dem Applaus der Delegierten. Auf Basis von "Pflichtbewusstsein, Ehrlichkeit, harter Arbeit, Familie und gegenseitigem Respekt" wolle er gegen soziale Ungerechtigkeit und Ungleichheit kämpfen.

Der als distanziert geltende Schotte Brown ist vielen Briten trotz seiner politischen Erfolge bis heute fremd. Er gilt zwar als hochbegabt, gleichzeitig werfen ihm die Medien auch im Umgang mit Mitarbeitern Rücksichtslosigkeit vor. Menschlich nahbarer wurde er vielen erst durch seine Heirat mit Sarah Macaulay, mit der er inzwischen zwei Söhne hat. (mit AFP)