Arbeitskampf : Bahn-Reisende bekamen Warnstreiks zu spüren

Bei der Bahn hat es am Morgen die ersten Warnstreiks gegeben. Die jeweils rund zweistündigen Arbeitsniederlegungen führten vor allem im Nahverkehr zu Beeinträchtigungen.

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Warnstreiks: Verspätungen, Zugausfälle und Warteschlangen sind programmiert. -Foto: ddp

DortmundIm Arbeitskampf der Deutschen Bahn hat es am Morgen die ersten Warnstreiks gegeben. Nach dem Auftakt in Dortmund weiteten sich die befristeten Arbeitsniederlegungen flächendeckend aus. "Es gibt Beeinträchtigungen im Nahverkehr", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Die Aktionen wurden bis 9 Uhr beendet, aber auch danach war noch mit Verspätungen zu rechnen. "Wie lange die Auswirkungen noch spürbar sein werden, ist schwer einzuschätzen", sagte Transnet-Vorstandsmitglied Alexander Kirchner im Deutschlandfunk. Mit den Warnstreiks wollen die Gewerkschaften Transnet und GDBA ihrer Forderung nach sieben Prozent mehr Geld für rund 134.000 Bahn-Beschäftigte Nachdruck verleihen.

Transnet: Angebot der Bahn ist "lächerlich"

Die Bahn hatte den Mitarbeitern zuletzt eine Lohnerhöhung von je zwei Prozent für die Jahre 2008 und 2009 angeboten. "Das bisherige Angebot der Bahn ist für uns lächerlich und eine Provokation", sagte Karl-Heinz Zimmermann, Vorstandsmitglied von Transnet.

Als Erste waren am Dortmunder Betriebsbahnhof rund 50 Mitarbeiter der Zugbereitstellung um 2 Uhr in einen befristeten Ausstand getreten. Nach Angaben der Streikenden konnten daher zwei Eurocity-Züge nach Basel und Wien sowie zwei ICE nach München nicht starten. Der Streik in Dortmund habe "keine Auswirkungen auf den Bahnverkehr in der Region" gehabt, teilte die Bahn mit.

In Rostock und Weimar ging nichts mehr

Auf den Hauptbahnhöfen in Rostock und Wismar kam der gesamte Schienenverkehr durch den befristeten Streik der Fahrdienstleitung zum Erliegen. Auch der Zugverkehr am Erfurter Hauptbahnhof wurde durch den Ausstand der Zugbereitstellung vorübergehend gestoppt, teilte die Gewerkschaft Transnet mit. In Sachsen-Anhalt legten Beschäftigte an den Stellwerken in Halberstadt, Güterglück und Biederitz die Arbeit nieder. Dies habe zu Einschränkungen im Reiseverkehr an verschiedenen Eisenbahnknoten geführt, teilte die Bahn mit.

Die Arbeitsniederlegungen an den Hauptbahnhöfen Karlsruhe und Freiburg führten zu Behinderungen im Berufsverkehr. In Karlsruhe warteten am frühen Morgen dutzende Reisende vergeblich auf ihre Züge. In Frankfurt/Main legten rund 100 Mitarbeiter der S-Bahn-Werkstatt, der Reisezug-Werkstatt und der ICE-Werkstatt ihre Arbeit nieder.

Telefonhotline stark nachgefragt

Für Fahrgäste, die sich über Störungen durch Warnstreiks informieren wollen, hat die Bahn die kostenfreie Telefon-Nummer 08000/996633 eingerichtet. Die Hotline sei stark nachgefragt - bis zum Morgen wurden demnach bereits 25.000 Telefonate geführt. Aktuelle Informationen sind auch auf der Website www.bahn.de der Bahn erhältlich. Außerdem werde zusätzliches Service-Personal auf den betroffenen großen Bahnhöfen für Informationen sorgen, hieß es. Fahrgäste, die an einem Streiktag aufgrund streikbedingter Zugausfälle oder Verspätungen ihre Reise nicht antreten können, haben laut DB die Möglichkeit, ihre Fahrkarte umzutauschen oder sich den Reisepreis erstatten zu lassen. (mit dpa/AFP)