Arbeitslosenzahlen : Scholz: "Darauf können wir alle stolz sein"

Bereits an seinem zweiten Tag als Minister durfte Olaf Scholz freudige Nachrichten vom Arbeitsmarkt verkünden. Die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland sank auf 3,378 Millionen. Dennoch gibt es noch immer ein starkes Ost-West-Gefälle.

Arbeitsmarkt
Gute Zahlen: Mehr Beschäftigte, weniger Arbeitslose. Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt. -Foto: ddp

NürnbergDie Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im November im Vergleich zum Vormonat um 55.000 auf 3.378.000 gesunken. Das waren 617.000 weniger als vor einem Jahr, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 8,1 (Oktober 8,2) Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 9,6 Prozent gelegen. Der neue Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) verkündete die Zahlen im Bundestag bereits vorab mit geschwellter Brust: "Das sind Erfolge, auf die wir alle stolz sein können."

Damit handle es sich um die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem November seit 1992, sagte Scholz. Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte, die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setze sich fort. "Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im November zurückgegangen. Erwerbstätigkeit und Beschäftigung wachsen weiter, und die Zahl der offenen Stellen ist nach wie vor hoch", sagte Weise.

Die günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit beruht nach Angaben der Bundesagentur vor allem auf der guten Konjunktur und dem damit verbundenen Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Außerdem werde der Arbeitsmarkt durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot entlastet, das nach neuesten Schätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 2007 im Jahresdurchschnitt um 73.000 abnehme.

Quote im Westen bei 6,7 Prozent

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte weiter zu. Nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit lag sie zuletzt (im September) bei 27,45 Millionen; gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 577.000. Bei der Zahl der Erwerbstätigen ergibt sich im Jahresvergleich ein Zuwachs von 682.000 auf 40,36 Millionen. Bei den Agenturen für Arbeit gab es im November bundesweit 577.000 offene Stellen.

In Westdeutschland waren im November 2.225.000 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 40.000 weniger als im Vormonat und 448.000 weniger als vor einem Jahr. In Ostdeutschland gab es im November 1.154.000 Erwerbslose, 15.000 weniger als vor einem Monat und 169.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag im November im Westen bei 6,7 Prozent und im Osten bei 13,4 Prozent.

Scholz: Eine Million offene Stellen

Die anhaltend gute Konjunktur spiegelt sich auch im weiteren Rückgang der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen wider. Im November sank die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 53.000 auf 3,60 Millionen. Im Westen nahm sie um um 37.000 ab, im Osten um 16.000. (mac/dpa)