Arbeitsmarkt : CDU rechnet mit Lehrstellen für alle

In der CDU herrscht Optimismus über die Situation von Auszubildenden: Die Partei erwartet, dass erstmals seit langem alle Bewerber einen Ausbildungsplatz finden können.

Ausbildungsplatz
Einer der Glücklichen, die einen Ausbildungsplatz bekamen. -Foto: ddp

BerlinDie CDU sieht in diesem Jahr erstmals seit langem wieder die Chance, allen Lehrstellen-Suchenden einen Platz anbieten zu können. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) rechnete vor, es gebe laut Stand vom 31. Juli 236.000 nicht versorgte Bewerber. Diesen stünden 123.000 nicht besetzte Ausbildungsplätze gegenüber. Somit ergebe sich eine Lücke von 113.000, die nach Möglichkeit bis Beginn des Ausbildungsjahres am 1. September geschlossen werden solle.

Es bestehe jetzt erstmals seit vielen Jahren wieder die Chance, diese Lehrstellenlücke zu schließen, sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla. Dazu müsse die derzeitige Dynamik des Wirtschaftswachstums genutzt werden, ergänzte Schavan. Besondere Hilfe beim Einstieg in die Ausbildung bräuchten vor allem sogenannte Altbewerber, die schon seit mehreren Jahre eine Lehrstelle suchten, sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund, betonten beide.

Zudem müssten die allgemeinen Rahmenbedingungen verbessert werden, argumentierte Pofalla. Er appellierte an die SPD, den Beitrag für die Arbeitslosenversicherung weiter als geplant zu senken. Er empfahl eine Reduzierung auf 3,5 Prozent. Der Beitrag beträgt - nach einer ersten Reduzierung um 2,3 Prozentpunkte - jetzt 4,2 Prozent. Bereits beschlossen in der Koalitionsspitze ist eine weitere Reduzierung auf 3,9 Prozent.

Pofalla: Gesenkte Lohnnebenkosten helfen

Durch die Senkung der Lohnnebenkosten stiegen auch die Chancen auf mehr Ausbildungsplätze, sagte Pofalla. Zugleich bekräftigte der CDU-Generalsekretär, dass mit seiner Partei eine Ausbildungsplatzabgabe nicht zu machen sei. Die Zusagen der Wirtschaft in diesem Jahr bestätigten, dass Freiwilligkeit mehr bewirke als staatliche Sanktionen. Die Gewerkschaften forderte er auf, sich endlich am "Nationalen Ausbildungspakt" zu beteiligen.

Im Rahmen ihrer "Lehrstellenaktion 2007" forderte die CDU die 80 im Dax und MDax gelisteten Unternehmen auf, den Aufschwung für ein größeres Engagement bei der Ausbildung zu nutzen. Mehr und auch kurzfristig über den eigenen Bedarf hinaus auszubilden, bringe langfristig Rendite. Der Fachkräftemangel sei in einigen Regionen und Branchen deutlich spürbar. "Die Facharbeiter von morgen beginnen heute ihre Ausbildung." (mit dpa)