Arbeitsmarkt : Für einen guten Job werden Wessis zu Ossis

Jeder zweite Westdeutsche kann sich einer Umfrage zufolge vorstellen, für einen guten Job nach Ostdeutschland umzuziehen. Die meisten der Westdeutschen, die in den Osten gezogen sind, wollen auch dort bleiben.

GreifswaldWenn eine gute berufliche Perspektive geboten würde, wären 53 Prozent der Befragten bereit, sich in den neuen Bundesländer niederzulassen, ergab die Befragung des Instituts Forsa für die Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern. Die Erwartungen sind allerdings groß: Die Region müsste nach Ansicht von fast acht von zehn Befragten attraktiv sein, knapp sieben von zehn machen eine gute soziale Infrastruktur zur Bedingung und ebensoviele wollen auch einen Job für den Partner.

Wer bereit ist, von West nach Ost zu ziehen, will dort meist auch bleiben: Nur 19 Prozent der Umzugswilligen sehen einen Wechsel in die neuen Bundesländer als Übergangslösung an. 24 Prozent sehen hingegen die Chance, etwas Neues aufbauen zu können. Viele der Befragten lehnten einen Umzug in den Osten allerdings kategorisch ab: 44 Prozent wollen auf keinen Fall in die neuen Bundesländer. Auch unter den Menschen ohne Ausbildungsplatz beträgt dieser Anteil 40 Prozent.

Tatsächlich ziehen weiterhin deutlich mehr Menschen von Ost nach West als umgekehrt. 2006 waren dies nach Angaben des Statistischen Bundesamtes - ohne Berlin - knapp 136.000. Gleichzeitig zogen knapp 82.000 Menschen von West nach Ost. Damit verließen im Saldo etwa 54.000 Bürger die neuen Bundesländer. (mit AFP)