Arbeitsmarkt : Metallindustrie in Ostdeutschland boomt

Die Metall- und Elektroindustrie in Ostdeutschland wird immer mehr zum Jobmotor. Binnen Jahresfrist schuf die Branche etwa 20.000 neue Arbeitsplätze.

Opel Eisenach Foto: ddp
Die Metallindustrie boomt in Ostdeutschland: die Produktion von Opel in Eisenach.Foto: ddp

In der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie wächst die Zahl der neuen Arbeitsplätze weiterhin überproportional. Ende März gab es in der Branche in den neuen Ländern rund 20.000 Stellen mehr als ein Jahr zuvor, wie der Arbeitgeberverband Gesamtmetall in Berlin mitteilte. Im Westen wurden binnen eines Jahres rund 40.000 Jobs geschaffen. Der Verband korrigierte damit Angaben der Chemnitzer "Freien Presse", wonach die insgesamt 60.000 neuen Arbeitsplätze im ersten Quartal 2007 entstanden seien. Von den bundesweit 3,45 Millionen Metallern arbeitet jeder Neunte in den ostdeutschen Ländern.

Der anhaltende konjunkturelle Aufschwung im Osten sei vor allem auf die geringeren Arbeitskosten zurückzuführen, sagte die Hauptgeschäftsführerin von Gesamtmetall, Heike Kunstmann, der Zeitung. Die Unternehmen zeichneten sich durch besondere Flexibilität und überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft aus.

Löhne auf 99,8 Prozent des Westniveaus

Laut Gesamtmetall ist im Osten die Zahl der Arbeitslosen innerhalb der vergangenen zwölf Monate um 32 Prozent (West: 38 Prozent) zurückgegangen. Die Zahl der offenen Stellen nahm um 85 Prozent (West: 65 Prozent) zu. Der tarifliche Jahresverdienst beträgt nach den Angaben bei drei Stunden längerer Wochenarbeitszeit 99,8 Prozent des Westniveaus. Da jedoch nur 25 Prozent der Arbeitsplätze tarifgebunden sind, liegt der Effektivverdienst der Beschäftigten in den Ost-Unternehmen bei lediglich 72 Prozent der West-Gehälter.