Arche de Zoé : Erste Freilassungen von inhaftierten Verdächtigen

Die drei im Tschad inhaftierten Spanier und der belgische Pilot, die zusammen mit der französischen Hilfsorganisation Arche de Zoé in Verdacht auf Menschenhandel geraten waren, kommen wieder frei. Ein Untersuchungsrichter ordnete die Freilassung an.

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Der Leiter der Hilfsorganisation Arche de Zoé beim Verlassen des Gerichtssaals. Er wird vorerst nicht freigelassen. -Foto: AFP

N'DjamenaZwei Wochen nach ihrer Festnahme im Tschad sind die restlichen drei Spanier, die wegen der angeblich geplanten Entführung afrikanischer Kinder in Verdacht geraten waren, auch wieder frei. Die beiden Piloten und der Flugbegleiter durften ihre Zellen verlassen und begaben sich in den Justizpalast von N'Djamena, um ihre persönlichen Gegenstände abzuholen, wie ein Journalist aus der Hauptstadt berichtete. Die spanische Regierung sprach von einer "guten Nachricht". Der Anwalt der Spanier hatte kurz zuvor gesagt, auch der noch inhaftierte belgische Pilot solle freikommen.

Nach der Freilassung der Spanier sind nun noch außer dem 75-jährigen belgischen Piloten noch sechs Franzosen und vier Einheimische im Tschad inhaftiert. Den Franzosen wirft das zentralafrikanische Land vor, sie hätten 103 Kinder entführen wollen; die übrigen Festgenommenen sind wegen Mittäterschaft angeklagt. Der Leiter der umstrittenen französischen Hilfsorganisation Arche de Zoé, Eric Breteau, hatte am Donnerstag in seiner Gefangenschaft ausgesagt, die übrigen Europäer hätten nichts mit der geplanten Aktion zu tun gehabt.

Der belgische Pilot Jacques Wilmart war am Donnerstag in das Krankenhaus eines französischen Militärstützpunktes eingeliefert worden. Während es zunächst geheißen hatte, er habe einen Herzinfarkt erlitten, sagte sein Sohn Patrick Wilmart, sein Vater habe einen Schwächeanfall gehabt. Der 75-Jährige habe nicht genügend geschlafen und gegessen, und die Haft strenge ihn an. Wilmart hatte in den vergangenen Wochen im Auftrag der Arche de Zoé etliche Kinder aus dem Grenzgebiet zwischen dem Tschad und dem Sudan in die tschadische Stadt Abéché gebracht. Deshalb wurde er als Mittäter angeklagt.

In der osttschadischen Stadt Abéché hatte Arche de Zoé ein spanisches Flugzeug gechartert, um die Kinder nach eigenen Angaben "vor dem Tod zu bewahren" und nach Frankreich zu bringen. Als die tschadische Polizei die eigenmächtig geplante "Rettung" der Kinder in letzter Minute verhinderte, nahm sie auch die spanische Besatzung der Boeing fest.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) teilte mit, dass mittlerweile von nahezu allen Kindern bekannt sei, woher sie kämen. Nur von vier der 103 Kinder sei nicht klar, zu wem sie gehören; sie seien zu klein, um sich auszudrücken, sagte eine Unicef-Sprecherin in Genf. Die Kinder sind derzeit in einem Krankenhaus in Abéché untergebracht. Bis alle zurück bei ihren Angehören seien, werde es noch einige Wochen dauern. (mit AFP)