Arsenal London : Lehmann droht die Ersatzbank

Arsene Wenger hat bei Arsenal London den Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten neu entfacht. Es gebe für Nationaltorwart Jens Lehman keine Stammplatzgarantie.

Lehmann
Konkurrenzkampf: Jens Lehmann könnte sich bei Arsenal auf der Bank wiederfinden. -Foto: ddp

London Der deutsche Nationaltorwart Jens Lehmann muss bei seinem Verein FC Arsenal um den Stammplatz fürchten. "Jens ist verletzt. Wenn er wieder fit ist, müssen wir abwarten - es gibt keine Startgarantie, für niemanden", sagte Trainer Arsene Wenger. Offiziell wird Lehmann derzeit wegen anhaltender Achillessehnenprobleme nicht eingesetzt. Englische Medien berichteten jedoch, der wahre Grund für die Nichtberücksichtigung seien Lehmanns folgenschwere Patzer in den ersten beiden Premier-League-Spielen. Demnach soll es auf dem Trainingsgelände einen heftigen Streit gegeben haben, als Wenger dem 37 Jahre alten Keeper mitgeteilt hatte, dass er pausieren müsse.

Wenn Ersatzkeeper Manuel Almunia, der Lehmann bereits am Wochenende gegen Manchester City (1:0) vertrat, seine Chance nutzt, droht der deutschen Nummer 1 dauerhaft die unbequeme Ersatzbank. "Ich kann Almunia nicht sagen, dass er nach ein paar Spielen wieder automatisch aus der Mannschaft genommen wird. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft", betonte Wenger: "Ich glaube, Almunia ist gut genug, um mir ein Problem zu bereiten." Nach einer Behandlung in Deutschland hatte Lehmann am Montag mit dem Aufbautraining in London begonnen. Wann er wieder spielen kann, ist ungewiss: "Ich weiß es nicht", sagte Wenger.

Torwartproblem für die Nationalelf

Die unklare Zukunft von Lehmann könnte Bundestrainer Joachim Löw vor ernste Probleme stellen. Denn auch die deutsche Nummer 2, Timo Hildebrand, sitzt beim FC Valencia derzeit nur auf der Bank. Löw hatte vergangene Woche schon klar gemacht, dass er zwar im Moment in der Torwartfrage nichts ändern werde, dass Anfang des Jahres jedoch die Situation neu bewertet werden könne. "Ein Problem wäre es, wenn die Torhüter längere Zeit nicht spielen würden", erklärte Löw.

Glaubt man den britischen Blättern, dann haben sich Lehmann und Wenger sogar grundsätzlich überworfen. Der französische Coach dementierte das, räumte jedoch eine Meinungsverschiedenheit ein: "Jens ist nie glücklich, wenn er nicht spielt", sagte Wenger: "Er stimmt mit mir überein, dass er verletzt ist."

Zweite Chance für Almunia

Bereits in der Saison 2004/05 hatte Lehmann seinen Stammplatz beim FC Arsenal für mehrere Monate verloren. Doch Almunia konnte damals nicht dauerhaft überzeugen. Auch vor dieser Spielzeit heizte Wenger den Konkurrenzkampf an, indem er sagte: "Jens ist ein Torwart der Extraklasse und Manuel Almunia ist ein Torwart der Extraklasse. Da sich Almunia enorm verbessert hat, wird es zu einem Kampf kommen."

Aus dem könnte sogar ein Dritter als Sieger hervorgehen: Arsenal verpflichtete im Sommer mit dem erst 22-jährigen polnischen Nationaltorhüter Lukasz Fabianski einen Mann für die Zukunft. Und in der Nationalmannschaft wittert Robert Enke, bislang die Nummer 3 im deutschen Tor, seine Chance. (mit dpa)