Der Tagesspiegel : Artist festgenommen

Samba L. soll Afrika-Tänzerin in Tod gestoßen haben

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Berlin - Die Polizei hat gestern Nachmittag in Hamburg den senegalesischen Artisten Samba L. festgenommen. Er soll am Donnerstag seine Ehefrau, die Artistin Khady Gueye, in Lichtenberg aus einem Hochhaus gestoßen haben. Wie berichtet, war sie kurz danach ihren Verletzungen erlegen. Die Polizei hatte bundesweit nach dem 32-Jährigen gefahndet, am Morgen war Haftbefehl wegen Totschlags erlassen worden. Wo genau L. in Hamburg festgenommen wurde, konnte die Polizei am frühen Abend nicht sagen.

Wie seine Frau Gueye hatte Samba L. früher in der Zirkusshow „Afrika! Afrika!“ von André Heller getanzt. Die Frau war aus einem Fenster im achten Stock eines Appartementhauses an der Paul-Zobel-Straße gestürzt, in dem die Artisten untergebracht sind. L. soll die sterbende Frau nach dem Sturz noch in ein Gebüsch gezogen haben, bevor er flüchtete. Die Mordkommission hatte L. wegen Aussagen der anderen Artisten schnell als Täter vermutet. Der Zirkus hatte dem Artisten im Mai fristlos gekündigt, nachdem bekannt geworden war, dass er seine Frau angeschrien und auch geschlagen hatte. Ihm sei ein Flugticket nach Senegal gekauft worden, hieß es im Zirkus, danach habe ihn keiner mehr gesehen – bis Donnerstag früh, als L. von einem Zirkus-Mitarbeiter in dem Lichtenberger Hochhaus erkannt wurde.

Eine zweieinhalbjährige Tochter des Paares lebt bei der Großmutter im Senegal. Der Zirkus hat angekündigt, sich finanziell um das Kind zu kümmern. In einer vom Zirkus geschalteten Todesanzeige, heißt es: „Wir verneigen uns vor der Tänzerin, die uns am 3. August so tragisch genommen wurde.“

Für die Kollegen der Artistin war sofort klar, dass nur ihr Mann der Täter sein könne. An einen Selbstmord glaubten sie nicht: Noch am Abend vor ihrem Tod sei Khady Gueye fröhlich im Zelt nach der Vorstellung gesehen worden.

Die von André Heller inszenierte Schau ist bis Anfang September täglich bis auf Montag im Zelt neben dem Hauptbahnhof zu sehen. Am Donnerstag hatten die Artisten die Aufführung Khady Gueye gewidmet und ein Gebet gesprochen. Ha

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