Atomenergie : Reaktor passiert Brücken problemlos

Es ist nicht zu dem von einigen Bürgerinitiativen befürchteten Unfall bei dem Gefahrentransport gekommen: Der Spezialwaggon mit dem kontaminierten Reaktor überquerte die angeblich maroden Brücken bei Lindow ohne Zwischenfälle.

Brücke
Bedenken. Unter anderem wegen dieser Brücke bei Lindow machten sich Bürgerinitiativen Sorgen. -Foto: ddp

RheinsbergUnter hohen Sicherheitsvorkehrungen ist der Reaktor aus dem stillgelegten Kernkraftwerk (KKW) Rheinsberg abtransportiert worden. Der Spezialwaggon passierte am Mittag ohne Probleme die drei von Umweltaktivisten als marode bezeichneten Brücken bei Lindow. Die Passage sei reibungslos verlaufen, sagte Bahn-Sprecher Holger Auferkamp. Die Widerlager der Brücken hätten sich "keinen Millimeter bewegt". Er verwies darauf, dass die Brücken mehrfach überprüft und als sicher eingestuft worden seien.

Der kontaminierte Reaktordruckbehälter soll am späten Abend im atomaren Zwischenlager Lubmin bei Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern eintreffen. Damit wird erstmals in der Bundesrepublik ein kompletter Reaktor auf dem öffentlichen Schienennetz transportiert. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Köln nach Angaben der Energiewerke Nord GmbH (EWN) einstweilige Verfügungen abgewiesen, mit denen Bürgerinitiativen den Transport in letzter Minute stoppen wollten. Atomkraftgegner hatten wegen der sanierungsbedürftigen Lindower Brücken das hohe Sicherheitsrisiko angeführt.

Blockade stoppt den Zug für kurze Zeit

Wegen einer Blockade musste der Transport bei Dierberg südlich von Rheinsberg stoppen. Dort hatten sich nach Angaben der Bundespolizei zehn Menschen mit einem Transparent auf die Gleise gestellt. Nach wenigen Minuten konnte der Zug seine Fahrt fortsetzen. Die Bundespolizei ist allein in Brandenburg entlang der Strecke mit 350 Beamten vertreten. Auch die Landespolizei hat mehrere hundert Beamte im Einsatz.

Das KKW wird seit 1995 durch die EWN mit Hauptsitz in Lubmin schrittweise zurückgebaut. Der 70-Mega-Watt-Block war 1966 in Betrieb genommen und 1990 stillgelegt worden. Die Brennstäbe wurden bereits 2001 zerlegt und in Castorbehältern nach Lubmin gebracht. (mit ddp)

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