Atomenergie : Reaktor-Transport aus Rheinsberg gestartet

Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen ist heute Morgen der Reaktor aus dem stillgelegten Kernkraftwerk Rheinsberg abtransportiert worden. Der Transport gilt als sehr gefährlich, da mehrere Brücken auf dem Weg zum Zielort Lubmin marode sind.

RheinsbergDer kontaminierte Reaktordruckbehälter wird in einem Spezialwaggon auf dem Schienenweg ins atomare Zwischenlager Lubmin bei Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern gebracht. Dort soll er am späten Abend eintreffen. Damit wird erstmals in der Bundesrepublik ein kompletter Reaktor auf dem öffentlichen Schienennetz transportiert.

Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Köln nach Angaben der Energiewerke Nord GmbH (EWN) einstweilige Verfügungen abgewiesen, mit denen Bürgerinitiativen den Transport in letzter Minute stoppen wollten. Atomkraftgegner und lokale Initiativen kündigten aber Protestaktionen entlang der Strecke an. Sie sehen ein hohes Sicherheitsrisiko, weil der tonnenschwere Spezialzug in Lindow über drei sanierungsbedürftige Brücken fahren soll. Nach Angaben eines EWN-Sprechers wurden zwei der Brücken zusätzlich abgestützt.

Die Bundespolizei ist allein in Brandenburg entlang der Strecke mit 350 Beamten im Einsatz, in Mecklenburg-Vorpommern kommen weitere 100 Bundespolizisten hinzu. Auch die Brandenburger Landespolizei hat mehrere hundert Beamte im Einsatz, genaue Zahlen wurden noch nicht genannt.

Das KKW wird seit 1995 durch die EWN mit Hauptsitz in Lubmin schrittweise zurückgebaut. Der 70-Mega-Watt-Block war 1966 in Betrieb genommen und 1990 stillgelegt worden. Die Brennstäbe wurden bereits 2001 zerlegt und in Castorbehältern nach Lubmin gebracht. (mit ddp)


 

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