Atomkraft : Tauziehen um die Kernenergie

Der Streit um die Zuständigkeit für die Atomenergie ist voll entbrannt. Bundeswirtschaftsminister Glos hält die Ansiedlung beim Umweltministerium für einen Konstruktionsfehler.

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Kompetenzgerangel. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) würde gerne die Zuständigkeit für die Atomenergie übernehmen. -Foto: ddp

PotsdamBundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hält die Zuständigkeit des Umweltministeriums für die Kernenergie für falsch. Hierbei handele es sich um einen "Konstruktionsfehler, den wir bei der Koalitionsbildung besser beseitigt hätten", sagte Glos dem Magazin "Cicero". Die Teilung der Kompetenzen in der Energiepolitik führe "zu einer manchmal komischen Konkurrenzsituation" zwischen ihm und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD).

Glos fügte in dem Interview hinzu: "Es wäre natürlich besser, alle Energiefragen lägen wie in anderen Ländern in der Hand des Wirtschaftsministers." Schließlich sei er für die langfristige Sicherung der Energieversorgung verantwortlich.

Der CSU-Politiker warb im Gegensatz zu Gabriel erneut für die Kernenergie. Diese trage zur Erhöhung der Versorgungssicherheit bei und ermögliche es zudem, "den Klimawandel durch eine CO2-freie Stromproduktion mit zu bekämpfen". Glos mahnte: "Es wäre auch scheinheilig, in Deutschland aus der Kernkraft auszusteigen und gleichzeitig weiterhin Atomstrom aus Nachbarländern zu beziehen." (mit ddp)