Atommülllager Asse : Bund ließ sich Öffentlichkeitsarbeit von Atomlobby bezahlen

Der Bund hat sich einem Medienbericht zufolge die Öffentlichkeitsarbeit für das marode Atommüllendlager Asse bei Wolfenbüttel jahrelang von Energiekonzernen finanzieren lassen.

WolfenbüttelDas Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtete, zwischen 1997 und 2002 seien fast 700.000 Euro über das Deutsche Atomforum an den damaligen Asse-Betreiber GSF geflossen, das heutige Helmholtz Zentrum München. Damit seien unter anderem Personal- und Verwaltungskosten für Besucherführungen finanziert worden. Das Forum, ein Lobbyverband, habe dem Magazin die Zahlungen bestätigt.

Nachdem gravierende Missstände in der Asse bekannt wurden, beschloss das Bundeskabinett im November 2008 die Asse dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zu unterstellen.

In Niedersachsen soll im Juni ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss eingesetzt werden, um die Pannen in dem einsturzgefährdeten Salzbergwerk aufzuklären.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) bekräftige, dass die SPD nach der Bundestagswahl an dem von der früheren rot-grünen Bundesregierung beschlossenen Atomausstieg festhalten werde. "Der 27. September ist eine Richtungswahl - das wissen die Jungs vom Atomforum", sagte er am Samstag bei einem SPD-Landesparteitag in Celle. "Sie wollen eine Regierungsmehrheit durchsetzen, mit der sie ihre alte Technik weiter betreiben können, um am Tag damit eine Million Euro zu verdienen." (cl/dpa)