Atomraketenpläne : USA von Putins Rüstungsplänen kaum beeindruckt

Moskaus Ankündigung, die Aufrüstung des Militärs und den Bau neuartiger Atomraketen voran zu treiben, wurde von den USA mit Gelassenheit aufgenommen. Bis jetzt investiere Russland - im Vergleich zum Verteidigungsetat der USA - deutlich weniger.

WashingtonDie USA haben sich von den russischen Raketenpläne unbeeindruckt gezeigt. US-Außenminister Robert Gates sagte am vergangenen Donnerstag, mit seiner Ankündigung habe der russische Präsident Wladimir Putin geltend machen wollen, dass sein Land auf der internationalen Bühne zurück ist und "ernst genommen" werden will, sie sei aber nicht alarmierend.

Moskau habe in den vergangenen Jahren seine Öleinnahmen konstant für die Modernisierung seiner Streitkräfte eingesetzt. "Aber ich möchte darauf hinweisen, dass wir von einem sehr niedrigen Niveau ausgehen", sagte Gates. In den 1990er Jahren sei das russische Militär sehr zurückhaltend gewesen. Jetzt gebe Russland vielleicht zehn Prozent dessen für Verteidigung aus, was die USA investierten.

Putin hatte am Donnerstag die Entwicklung neuer Atomraketen angekündigt. Im Zuge der Entwicklung der Raketentechnologie seien "ganz neue" strategische Systeme in Vorbereitung, sagte Putin während einer im Fernsehen und Radio ausgestrahlten Frage-Antwort-Sendung mit Bürgern. Zuvor hatten die russischen Streitkräfte erfolgreich eine Interkontinentalrakete getestet. Bereits in der vergangenen Woche hatte Putin mit einem Ausstieg aus dem so genannten INF-Vertrag (Intermediate Range Nuclear Forces) gedroht. Im Juli hatte er angekündigt, Russland werde im Dezember den Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) einseitig aussetzen. (mit AFP)