Atomstreit : G-8-Staaten drohen Iran mit harter Gangart

Im Atomstreit mit dem Iran haben die G-8-Staaten mit "weiteren Maßnahmen" gedroht, sollte das Land weiter Uran anreichern.

Heiligendamm Im Atomstreit mit dem Iran haben die G-8-Staaten mit "weiteren Maßnahmen" gedroht, sollte das Land weiter Uran anreichern. "Die Antwort werden dann leider wieder Sanktionen sein", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Abschluss des G-8-Gipfels. "Wir haben deutlich gemacht, dass wir das eigentlich im Sinne der iranischen Bevölkerung nicht wollen, aber dass es keine Alternative dazu gibt", sagte Merkel weiter. Die G 8 bedauerten in einer gemeinsamen Erklärung, dass der Iran seine Verpflichtungen aus den
UN-Resolutionen bislang nicht erfüllt habe.
  
Die Staats- und Regierungschefs riefen den Iran auf, "alle anreicherungsbezogenen und Wiederaufbereitungstätigkeiten, auch Forschung und Entwicklung, einzustellen und den Beginn von Verhandlungen zu ermöglichen". Durch "das Vertrauen der Staatengemeinschaft in die ausschließlich friedliche Natur des iranischen Atomprogramms könnte ein völlig neues Kapitel in unseren Beziehungen zu Iran" aufgeschlagen werden, hieß es in der Erklärung. Umgekehrt würden "weitere Maßnahmen" befürwortet, falls der Iran sich weigere, seinen Verpflichtungen nachzukommen.
  
Auch Merkel rief die iranische Regierung auf, lieber "das Angebot, das wir gemacht haben zu nutzen", als "seine intransparenten Anreicherungsaktivitäten fortzusetzen". Die Kanzlerin stellte erneut klar, dass im Atomstreit mit Iran für sie nur politische Lösungen in Frage kämen. Die bisherigen Schritte der Staatengemeinschaft seien diplomatischer Natur, "und sie bleiben diplomatischer Natur". Es müsse schrittweise weiter vorgegangen werden. Manchmal geschähen dann Dinge, wenn sie nicht erwartet würden, wie es auch "beim Fall der Mauer in Berlin" gewesen sei, sagte Merkel.
  
Der iranische Chefunterhändler Ali Laridschani war am Dienstag mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Berlin  zusammengekommen. Laridschani hatte sich zuvor mit dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana in Spanien getroffen, um über das umstrittene iranische Atomprogramm zu verhandeln. In den nächsten Tagen soll es ein weiteres Treffen geben. (mit AFP)