Atomstreit : Iran und IAEA einig über Zeitplan für Atomkontrolle

Unterhändler der Internationalen Atomernergiebehörde IAEA und Irans einigten sich auf einen Zeitplan für Kontrollen des umstrittenen Atomprogramms. Ob sich damit weitere Sanktionen gegen das Land verhindern lassen, scheint nach ersten Reaktionen der USA fraglich.

Teheran/WashingtonIran und die Internationale Atomenergiebehörde IAEA haben sich auf einen Zeitplan für Überprüfungen des umstrittenen iranischen Atomprogramms geeinigt. Man habe einen konkreten Plan mit weiteren Inspektionen iranischer Atomanlagen ausgearbeitet, gab der iranische Atomunterhändler Javad Vaidi auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem stellvertretenden IAEA-Direktor Olli Heinonen in Teheran bekannt. Heinonen sprach von "sehr positiven" Gesprächen. Einzelheiten zum Zeitplan wurden nicht genannt.

Inspekteure der UN-Atombehörde sollen auch die Uran-Anreicherungsanlage bei Natans und den im Bau stehenden Schwerwasser-Reaktor bei Arak in Augenschein nehmen, sagte Vaidi. Der Plan gilt als letzte Anstrengung Irans und der IAEA, im Atomstreit eine weitere UN-Resolution gegen Teheran zu vermeiden.

USA drängen trotz Einigung auf weitere Sanktionen

Die USA bezeichnete die erzielte Einigung als "unzureichend". Die Abmachung sei zwar "ermutigend", sagte ein Sprecher des Weißen Hauses. "Aber das allein reicht nicht aus und erfüllt auch nicht die Forderungen des UN-Sicherheitsrates an Iran." Deshalb würden die USA weiter auf neue Sanktionen gegen Teheran drängen.

Teheran hatte die verbesserte Zusammenarbeit mit der IAEA eingeleitet, nachdem der UN-Sicherheitsrat im März eine neue Resolution verabschiedete, die ein Waffenembargo, Reisebeschränkungen und das Einfrieren von Auslandsgeldern vorsieht. Der Westen befürchtet, dass das iranische Atomprogramm dem Bau von Atomwaffen dient. Teheran hat dies stets zurückgewiesen. (mit dpa/AFP)