Atomstreit : Nordkorea und die USA lassen Muskeln spielen

Neuer Zündstoff für den schwelenden Streit zwischen Nordkorea und den USA: Vor der Ankunft des US-Sonderbeauftragten in Südkorea hat Pjöngjang erneut mit dem Ausbau seiner atomaren Abschreckung gedroht, Amerika mit Konsequenzen.

Seoul/ Pjöngjang"Falls die Nordkoreaner einen zweiten Nukleartest unternehmen, werden wir uns mit den Konsequenzen dafür befassen, und es wird Konsequenzen geben", sagte der US-Sonderbeauftragte für die Nordkorea-Politik, Stephen Bosworth, nach Gesprächen mit dem südkoreanischen Außenminister Yu Myung Hwan. Dennoch sei Washington weiter an einem Dialog mit Pjöngjang interessiert.

Die südkoreanische Tageszeitung Chosun Ilbo hatte unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, auf dem Gelände im Nordosten Nordkoreas, wo das Land im Oktober 2006 einen ersten Nukleartest unternommen habe, seien "rege" Aktivitäten von Personen und Fahrzeugen beobachtet worden. Dies könnte auf Vorbereitungen für einen Atomtest hindeuten.

Nordkoreas Außenministerium warf der Regierung von US-Präsident Barack Obama eine "feindselige Politik" vor. "Es kann nichts dabei gewonnen werden, mit einer Partei zusammenzusitzen, die uns weiter mit Feindseligkeit betrachtet", wurde ein Sprecher von den staatlich kontrollierten Medien zitiert. Die ersten 100 Tage der Regierung Obama hätten gezeigt, dass sich an der feindseligen Politik nichts geändert habe.

Nordkorea hatte im April seinen unwiderruflichen Rückzug von den Sechser-Gesprächen mit den USA, China, Russland, Südkorea und Japan erklärt. Grund dafür war die Verurteilung des Starts einer Rakete mit großer Reichweite in Nordkorea durch den Weltsicherheitsrat. Später drohte Nordkorea mit neuen Atom- und Raketentests, falls sich das höchste UN-Gremium nicht unverzüglich für die Kritik entschuldige. (sp/dpa)