Atomstreit : Putin verhandelt mit Iran

Wladimir Putin ist am Morgen in der iranischen Hauptstadt Teheran eingetroffen. Dort will der russische Präsident mit der iranischen Führung über das umstrittene iranische Atomprogramm sprechen.

TeheranEr ist das erste Staatsoberhaupt einer Weltmacht, das den Iran seit dem Sieg der Islamischen Revolution im Jahr 1979 besucht.  Außerdem wird Putin am Gipfeltreffen der fünf Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres teilnehmen. Bei den deutsch-russischen Regierungskonsultationen hatte Putin am Montag in Wiesbaden für mehr Geduld mit Teheran im Atomstreit geworben. Bei seinen Gesprächen mit der iranischen Führung geht es auch um den Atomreaktor Buschehr am Persischen Golf, den Russland baut. Teheran drängt auf dessen Fertigstellung und erwartet von Moskau einen klaren Zeitplan zur Inbetriebnahme des Kraftwerks.

Teheran hat Russland bereits davor gewarnt, das Buschehr-Kraftwerk als Druckmittel zu benutzen, um den Iran zu der von den Vereinten Nationen geforderten Aussetzung seiner Urananreicherung zu zwingen. Der Westen verdächtigt den Iran, sein Nuklearprogramm nicht nur zur friedlichen Nutzung der Atomkraft, sondern auch zum Bau einer Atombombe voranzutreiben.

Bei der Konferenz der Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres geht es um die enormen Gas- und Ölvorkommen in der Region. Bei einer ersten Gipfelkonferenz im Jahr 2002 hatten sich die fünf Länder nicht auf eine Ausbeutung der Energiereserven einigen können. Während Russland, Aserbaidschan und Kasachstan eine Aufteilung entsprechend der Küstenlänge jedes Landes anstreben, setzen sich der Iran und Turkmenistan für eine gleiche und gemeinsame Nutzung ein. Beide Länder haben kürzere Küstenlinien als die drei anderen. (mit dpa)