Atomverhandlungen : Gespräche mit Nordkorea stecken fest

Die Sechs-Parteien-Gesprächen in Peking scheinen festgefahren. Man kann sich nicht über den Zeitplan zur Beendigung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms einigen.

PekingDie Atomgespräche mit Nordkorea sind festgefahren. Die Unterhändler bei den Sechs-Parteien-Gesprächen in Peking sind uneins über einen Zeitplan für die nächste Phase zur Beendigung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms. Südkoreas Delegationschef Chun Yung Woo sagte laut Nachrichtenagentur Yonhap, es werde schwierig, sich in dieser Runde noch auf einen Zeitrahmen zu einigen. Die zweitägigen Verhandlungen Nordkoreas, der USA, Chinas, Südkoreas, Japans und Russlands wurden um einen Tag auf Freitag verlängert.

Die erwartete Erklärung des Gastgebers China blieb aus, da es keine Einigung auf den Zeitrahmen für die Offenlegung und Beseitigung der Atomanlagen gab. US-Unterhändler Christopher Hill erwartete am Freitag ein weiteres Treffen. Unklar blieb auch, ob Nordkorea auch seine Atomwaffen offen legt oder unter welchen Bedingungen nukleare Sprengsätze und waffenfähige Materialien beseitigt werden.

Pjöngjang: "Andere Länder sollen Verpflichtungen erfüllen"

In der Sitzung der Delegationen am Vortag hatte Nordkoreas Unterhändler Kim Kye Gwan nur grundsätzlich die Bereitschaft seines Landes erklärt, die koreanische Halbinsel atomwaffenfrei zu machen. Die Voraussetzung für Pjöngjang sei aber, "dass andere Länder ihre Verpflichtungen erfüllen". Die Auflistung der Atomanlagen stellte der Unterhändler erst zu einem "angemessenen Zeitpunkt" in Aussicht, wie die Tageszeitung "China Daily" berichtete.

Dagegen wollte Südkoreas Unterhändler Chun Yong Woo Gespräch von Kim Kye Gwan erfahren haben, dass dies innerhalb eines halben Jahres oder sogar bis Jahresende geschehen könne. Auch die USA wollen den Prozess bis zum Ende des Jahres abschließen. USA und Südkorea gehen davon aus, dass Atomwaffen in der im Februar vereinbarten Auflistung der Einrichtungen und Materialien enthalten sein müssen. "Es gibt spaltbare Materialien, dann gibt es Sprengsätze, in denen spaltbares Material enthalten ist - also muss das eindeutig in der Erklärung enthalten sein", zitierte die Nachrichtenagentur Yonhap US-Unterhändler Christopher Hill. (mit dpa)