Der Tagesspiegel : Auf Schatzsuche

Erkundungsbohrungen für Kupfer in Spremberg gestartet. Unternehmen stellt 700 Arbeitsplätze in Aussicht

Lars Hartfelder (ddp)
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In die Tiefe. In Spremberg wühlt sich der Bohrer bis in 1250 Meter Tiefe – Ergebnisse werden in drei Monaten erwartet. Foto: N....ddp

Spremberg – Mit einem leisen Brummen startet der Motor. Dann beginnt sich der dicke Stahlbohrer langsam zu drehen. Zentimeter für Zentimeter gräbt er sich in die Erde. Zur Erkundung von Kupfervorkommen ist im Industriegebiet Spremberg-Ost (Landkreis Spree-Neiße) die erste Bohranlage in Betrieb gegangen.

Die KSL Kupferschiefer will in den kommenden Monaten in der Kupfererzlagerstätte Spremberg-Graustein-Schleife drei Probebohrungen vornehmen. Anfang 2010 sollen drei weitere Erkundungsbohrungen folgen. Die Kosten für jede etwa dreimonatige Bohrung, die bis zu einer Tiefe von 1300 Metern geht, betragen den Angaben zufolge rund zwei Millionen Euro. Die Bohrungen sind Teil eines Erkundungsprogramms, mit dem die seit DDR-Zeiten bekannten Kupfererzvorräte bestätigt werden sollen. „Heute ist ein großartiger Tag für die Region und den Kupferbergbau“, sagte KSL-Geschäftsführer Volker Spieth. Mit den Bohrungen wolle das Unternehmen den Nachweis erbringen, dass die Qualität der Erze ausreiche, um einen wirtschaftlichen Abbau zu gewährleisten.

Spieth geht fest davon aus, dass die Lagerstätte mehr als 1,5 Millionen Tonnen Kupfermetall enthält. Zudem hätten Untersuchungen bereits auf Vorkommen von Blei, Zink, Gold, Silber und Platin hingewiesen. „Die Bohrarbeiten erfolgen unter minimalem Eingriff in die Natur“, versicherte Spieth. Nach Abschluss der Arbeiten würden die Bohrlöcher mit Zement vollständig verfüllt. Ziel der KSL-Arbeiten sei die Erstellung einer Machbarkeitsstudie als Grundlage für die Entscheidung über den Abbau des Kupfererzes. Die ersten Ergebnisse erwartet das Unternehmen in drei Monaten. Danach soll ab Ende 2011 ein Kupfererzbergwerk errichtet werden. Der voraussichtliche Betriebsstart wäre 2015/2016. Dann würden nach Angaben von KSL-Geschäftsführer Spieth im direkten Bergbau rund 700 Menschen einen neuen Arbeitsplatz finden.

Zu DDR-Zeiten wäre eine Förderung des Erzes unrentabel gewesen, da die Kupferpreise zu niedrig waren. Der Bohrplatz im Industriegebiet Spremberg-Ost war in den vergangenen zwei Monaten vorbereitet worden, um die ersten Bohrungen starten zu können. In den kommenden Tagen werden zwei weitere Verrohrungen bis zur Erzlagerstätte eingebaut. Diese wird dann in einer Tiefe von mehr als 1000 Metern erschlossen, wobei mit einer diamantenbesetzten Kernbohrkrone ein zylindrischer Bohrkern aus dem Erz geschnitten wird. Lars Hartfelder (ddp)

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