Der Tagesspiegel : AUS DEM GERICHT

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Tewaag in Berufung: Gericht erhöht Geldstrafe für Sohn von Uschi Glas

Mit seinem Auftritt als SEK-Mann hat sich Benjamin Tewaag was eingehandelt: Der älteste Sohn von Schauspielerin Uschi Glas saß gestern erneut wegen der Scherze mit versteckter Kamera, die er für den Musiksender MTV gedreht hatte, vor Gericht. Er hatte gegen das erste Urteil Berufung eingelegt, weil er die verhängte Geldstrafe von 1200 Euro nicht akzeptieren wollte. Doch gestern lief es schlecht für den 30-Jährigen, denn dass er in der Uniform des Sondereinsatzkommandos aufgetreten war, fand auch das Landgericht nicht komisch. Tewaag nahm also seine Berufung zurück und musste später trotzdem schlucken: Die Richter erhöhten die Strafe auf 6500 Euro. Wortlos verließ Tewaag, der schon mehrfach als „wilder Ben“ Schlagzeilen machte, den Saal. Dabei hatte die Woche für ihn gut angefangen. Am Montag wurde eine Geldstrafe von 1000 Euro nach einem Unfall mit Blechschaden in der Berufungsverhandlung halbiert. K.G.

Zwei Taxis überfallen: Angeklagter beruft sich auf Liebeskummer

Völlig sinnlos sei das mit den Taxifahrern gewesen, erklärte Arturs S. über seinen Verteidiger. Doch eine Liebesbeziehung, die vor ihrem Ende stand, habe ihn in jener Märznacht völlig aus dem Gleichgewicht gebracht. „Aufgewühlt und extrem erregt“ will der 27-jährige Tischler sehr hastig und viel Wodka getrunken haben. Danach überfiel er laut Anklage mit einem Messer bewaffnet hintereinander zwei Taxifahrer. Daran aber könne sich sein Mandant „kaum erinnern“, sagte der Verteidiger. Der gebürtige Lette soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in Wedding nachts in ein Taxi gestiegen sein. „Plötzlich habe ich etwas am Hals gespürt“, sagte das 42-jährige Opfer. Als dem Fahrer die Flucht aus dem Auto gelang, setzte sich der Räuber hinter das Steuer und brauste davon. Eine halbe Stunde später wurde das Fahrzeug wiedergefunden; es stand in Flammen. 45 Minuten danach traf es einen 29-jährigen Taxifahrer: Wieder saß der Täter auf der Sitzbank, wieder hielt er dem Fahrer wortlos ein Messer an den Hals und raste danach mit dem Taxi davon. Beide Opfer wurden leicht verletzt. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. K.G.

Wohnungsverkauf endete tödlich: Schütze verurteilt

Wochenlang hatten sie um den Preis für die Eigentumswohnung gefeilscht. Als sie verkauft und geräumt war, zog Verkäufer Iljmi S. eine Pistole. Das Motiv für die Bluttat am 14. Dezember 2005 in Schöneberg bleibe ein Rätsel, hieß es gestern im Urteil. Fest stehe aber, dass der 46-jährige Angeklagte zielgerichtete Schüsse abgegeben, den bereits getroffenen Mann noch verfolgt und ihn dann getötet habe. Deshalb wurde der Mazedonier zu einer Haftstrafe von 14 Jahren und sechs Monaten verurteilt. Gastwirt S. hatte von einem Streit mit dem neuen Wohnungsbesitzer berichtet. Der 40-Jährige habe ihn dabei schwer beleidigt. Die Richter glaubten ihm das nicht. Sie schlossen nicht aus, dass es bei dem Streit um Geld ging. K. G.

Kokain geschmuggelt: Richter verhängen hohe Haftstrafen

Die ergrauten Männer auf der Anklagebank hatten gestanden, die Strafen fielen dennoch deutlich aus: Im Prozess um den Schmuggel von rund einer Tonne Kokain aus der Karibik hat das Landgericht gegen neun Männer hohe Haftstrafen zwischen sechs Jahren und zehneinhalb Jahren verhängt. Das Rauschgift war auf Segelyachten transportiert worden und soll den Schmugglern einen Gewinn von rund 15 Millionen Euro gebracht haben. Das Geschäft begann, als die Segelyacht „Lazy Bones Star“ im Frühjahr 1996 Kurs auf die Karibikinsel St. Lucia nahm. Einer der Bosse war Michael B., ein früherer Gastwirt aus Berlin. Jahrelang brachten der 62-Jährige und seine Komplizen in Segelyachten verstecktes Rauschgift nach Europa. In Spanien oder Portugal angekommen, ging es vor allem an einen Abnehmer in Großbritannien. Etwa die Hälfte der Gesamtmenge konnte beschlagnahmt werden oder wurde von den Schmugglern aus Angst vor Entdeckung über Bord geworfen. K.G.

Razzia im Jeton: Festnahme

in Diskothek war rechtswidrig

Ein Mann, der im August 2005 bei der Razzia in der Diskothek Jeton festgenommen worden ist, hat vor dem Amtsgericht Tiergarten einen ersten Sieg errungen. Die Richter kamen nach Angaben des Anwalts zum Schluss, dass die „Freiheitsentziehung rechtswidrig“ war. Die Polizei habe es versäumt, den Einzelfall zu prüfen. Bei dem Einsatz waren im Vorfeld des Oberligaspiels 1. FC Union gegen BFC Dynamo 158 Besucher in der Frankfurter Allee festgenommen worden. Der Anwalt kündigte an, „umfangreiche Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche“ geltend machen zu wollen. Tsp

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