Der Tagesspiegel : AUS DEM GERICHT

Lebenslang für Putzfrau wegen Mordes an Ex-Möbelhausbesitzer.

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Viereinhalb Jahre nach dem Mord an dem ehemaligen Möbelhausbesitzer Herbert Kretzer wurde seine einstige Putzfrau gestern zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die 47-jährige Gordana M. aus Habgier handelte. Die ehemalige Angestellte des Opfers habe Geld rauben wollen. Die Angeklagte hatte eingeräumt, auf den 80-jährigen Rentner eingestochen zu haben, sich dabei jedoch auf Notwehr aufgrund eines Angriffs berufen. Für diese Version sah das Gericht keine Hinweise.

18 Monate Haft für brutale Übergriffe auf Mithäftling

Im Gefängnis zeigte sich der verurteilte Straßenräuber unverbesserlich. Über Monate hinweg misshandelte und demütigte der 19-jährige Bayram E. einen Mitgefangenen. Vor Gericht meinte er gestern lapidar: „Ist halt

passiert.“ Sein Opfer habe „gepetzt“ und außerdem zwei Menschen umgebracht, begründete er seine Taten. Der 21-jährige Mitgefangene war im Dezember 2006 wegen Totschlags zu fünfeinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt worden. Er hatte im Affekt seinen besten Freund und dessen Onkel in der Leipziger Straße erstochen. In 18 Fällen soll er laut Anklage von Bayram E. gequält worden sein. Das Gericht verurteilte E. wegen Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von 18 Monaten ohne Bewährung. Er hatte sein Opfer während eines Lehrgangs geschlagen und getreten sowie mit einer Kneifzange und einem Lötkolben misshandelt. Zudem musste ihm der Mithäftling regelmäßig zu Diensten sein, Arbeiten für ihn erledigen oder Essen zubereiten. E., der damals eine dreijährige Strafe verbüßte, wurde zuletzt nach Cottbus verlegt, weil er für die Berliner Jugendstrafanstalt nicht mehr tragbar war.

Polizisten brachten Kollegen wegen Körperverletzung vor Gericht

Als Belastungszeugen traten Kollegen auf: Ein 37-jähriger Polizeiobermeister muss sich seit gestern wegen Körperverletzung im Amt vor dem Amtsgericht verantworten. Der suspendierte Beamte soll im November in Spandau einen Betrunkenen grundlos mit der Faust geschlagen und ihm ein Knie in den Unterleib gerammt haben. Die Anklage stützt sich auf Berichte zweier am Einsatz beteiligter Polizisten. Der Angeklagte wies die Vorwürfe zurück. Er habe den Mann weder geschlagen noch getreten. Der Betrunkene habe eine aggressive Haltung eingenommen, die er nur als „körperlichen Angriff werten konnte“. Zum Selbstschutz habe er sein Knie angehoben. Der Prozess wird Donnerstag fortgesetzt.

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