Der Tagesspiegel : Ausbau des Berliner Rings verzögert sich aus Geldmangel Verkehrsprojekte für Fußball-WM gekürzt – auch Bahn betroffen

Volker Eckert/Robert Ide

Von den Sparmaßnahmen bei den Verkehrsprojekten zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland bleibt auch Brandenburg nicht verschont. Entgegen bisheriger Planungen wird der Berliner Ring zu Turnierbeginn nicht komplett sechsspurig sein. Das räumte das Bundesverkehrsministerium am Donnerstag ein. „Der Ausbau des westlichen Berliner Rings auf sechs Spuren wurde als nicht unbedingt erforderlich angesehen und als WM-Projekt gestrichen“, sagte eine Sprecherin.

Im Potsdamer Verkehrsministerium ging man am Donnerstag noch davon aus, dass der westliche Teil der Autobahn zwischen Werder und der Anschlussstelle Großkreuz bis zur WM ausgebaut wird. Daraus wird aber nun nichts. Für den gesamten Bereich gilt jetzt der Zeitplan des Bundesverkehrswegeplans: schrittweise Fertigstellung bis 2015. Grund ist eine Finanzierungslücke im Investitionshaushalt 2005/06 von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD), die nach Ansicht verschiedener Bundesländer bis zu zwei Milliarden Euro beträgt.

In Verhandlungen mit dem Bundesverkehrsministerium hatte Brandenburg auf die zügige Umsetzung des Ausbaus verzichtet. Im Gegenzug sagte Stolpe die Finanzierung mehrerer Ortsumgehungen zu und den Ausbau der Bundesstraße 190 in der Prignitz. Bei den zur Fußball-WM geplanten Bahnstrecken musste Brandenburg ebenfalls von einigen Wünschen Abstand nehmen. Die Strecken Berlin-Cottbus-Görlitz sowie Berlin-Stettin werden nicht als Fernverkehrsverbindungen ausgebaut, heißt es von hochrangigen Brandenburger Verkehrspolitikern. Es sei lediglich Geld da für „einige neue Stellwerke und Kreuzungen“. Der Staatssekretär im Verkehrsministerium, Clemens Appel, verweist allerdings darauf, dass die wichtigsten Ausbau-Projekte rechtzeitig fertiggestellt würden. Die Verbindungen Berlin-Rostock, Berlin-Leipzig und Berlin-Frankfurt (Oder) sollten zur WM zu Schnellstrecken umgebaut werden. Zwischen den Spielorten Berlin und Hamburg soll es bis dahin keine Bahnübergänge mehr geben, sondern nur noch Brücken. So können die Züge Geschwindigkeiten von 200 Kilometern in der Stunde erreichen.

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