Ausbildung : Fachkräftemangel kostet Deutschland über 20 Milliarden Euro

Der von der Industrie viel beklagte Mangel an Fachkräften könnte einer Studie zufolge der Bundesregierung Kosten in Milliardenhöhe bescheren. Besonders in technischen Berufen fehlt qualifizierter Nachwuchs.

München/BerlinDer Mangel an Fachkräften kostet Deutschland bis zu ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts, das sind für 2007 mehr als 20 Milliarden Euro. Das geht aus einer von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) in Auftrag gegebenen Studie zum Arbeitskräftemangel hervor, die der "Süddeutschen Zeitung" vorlag. Die Bundesregierung will auf ihrer Kabinettsklausur Ende der Woche erstmals über den von der Wirtschaft beklagten Fachkräftemangel beraten. Kurz vor dem Treffen im brandenburgischen Meseberg legte das Wirtschaftsministerium nun konkrete Zahlen zu den Folgen des Mangels an Arbeitskräften vor.

"Der aus den nicht besetzbaren Stellen resultierende Wertschöpfungsverlust liegt nach vorläufigen Berechnungen im zweistelligen Milliardenbereich. Dieser könnte bis zu ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen", zitierte die "Süddeutsche Zeitung" aus dem Papier. Ein Prozent des Bruttoinlandsproduktes würde 2007 mehr als 20 Milliarden Euro entsprechen.

Die Engpässe konzentrierten sich auf jene Branchen, "die für die technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands am wichtigsten sind". Genannt sind der Maschinenbau, die Metall- und Elektroindustrie, der Fahrzeugbau und unternehmensnahe Dienstleistungen. Bei den Hochqualifizierten fehlt es der Studie zufolge vor allem an Nachwuchs bei Technikern und Meistern sowie in den akademischen Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. In den Geistes-, Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften gebe es hingegen keine akuten Engpässe. (mit AFP)