Der Tagesspiegel : Auslandskontakte: Werbung um Studenten

Mit einem zweisprachigen Studienführer will Brandenburg verstärkt um ausländische Studenten werben. Derzeit kämen etwa 4000 der rund 33.000 Studenten aus dem Ausland, was einem Anteil von 11,3 Prozent entspreche, sagte Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) gestern. Damit liege das Land über dem Bundesdurchschnitt von 10 Prozent. Der neue Studienführer in Deutsch-Polnisch und Deutsch-Englisch soll laut Wanka helfen, die Kontakte Brandenburgs im Ausland auszubauen.

Mit 40 Prozent ausländischen Studenten - überwiegend aus Polen - hat die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) nach Angaben der Ministerin den höchsten Ausländeranteil unter allen deutschen Hochschulen. Auch an der Technischen Universität in Cottbus studieren schon 20 Prozent Ausländer. Landesweit stieg der Anteil ausländischer Studenten von 9,7 Prozent im Wintersemester 1999/2000 auf 11,3 Prozent im Wintersemester 2000/2001. "Dies zeigt, dass Brandenburg für ausländische Studenten attraktiv ist, obwohl es leider immer wieder zu ausländerfeindlichen Vorfällen kommt", sagte Wanka.

Nach ihren Angaben wurden seit Anfang 2000 sechs Übergriffe auf ausländische Studenten in Frankfurt (Oder) gezählt. Stadt und Uni seien jedoch bemüht, durch verschiedene Aktivitäten klare Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen und ausländische Studenten zu integrieren. Ihrer Ansicht nach müssen in Deutschland generell die Rahmenbedingungen für ausländische Studenten verbessert werden.

Ausgebaut werden müssten in Brandenburg auch die bislang nur punktuell vorhandenen englischsprachigen Angebote für ausländische Studenten, sagte Wanka. Ein erster Schritt, um die brandenburgischen Hochschulen weiter zu öffnen, ist der nun in einer Auflage von 4000 Exemplaren - allein 1000 in deutsch-polnischer Version - erschienene Studienführer. Wanka wies darauf hin, dass Brandenburg eine Vorreiterrolle bei der Stipendienvergabe einnimmt. Rund 600 ausländische Studenten kämen derzeit in den Genuss eines Teilstipendiums, das unter anderem durch Landes- und Bundesmittel ermöglicht wird.

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