Ausstellung : 40 Jahre Puhdys

Auf Burg Storkow öffnete eine Ausstellung zu 40 Jahren Puhdys.

Claus-Dieter SteyerD

Storkow – Von wegen Rocker-Rente. Die Puhdys denken gar nicht daran, ihre Instrumente in absehbarer Zeit in die Ecke zu stellen. Dabei haben zwei der fünf Mitglieder der ältesten deutschen Rockband schon längst das Pensionsalter erreicht und könnten getreu dem bereits 1984 veröffentlichten Titel „Wir spielen bis zur Rocker-Rente“ den Ruhestand genießen. „Das war von ‚Maschine‘ damals wohl etwas voreilig formuliert worden“, sagte Bandmitglied Peter Meyer in Storkow mit einem etwas strengen Seitenblick auf den Texter Dieter Birr. „Solange wir gesund bleiben und unsere Musik den Fans gefällt, machen wir weiter.“ Außerdem stehe immer noch der große Wunsch aus, mit den Rolling Stones irgendwann in Peking aufzutreten. „Falls die Jungs von den Stones noch durchhalten“, meinte der gut gelaunte 69-Jährige, der die Fortsetzung der Karriere aus einem ganz besonderen Anlass in Storkow verkündete. Besucher können hier auf der frisch sanierten Burg die erste Ausstellung erleben: Zum Bühnenjubiläum der Puhdys, die nun seit 40 Jahren auf der Bühne stehen.

Dafür haben die Musiker auf Dachböden, Schreibtischen, in Schubladen und Schränken nach Souvenirs, Platten, Fotos, Zeitungsartikeln, Plakaten, Reisepässen und Raritäten gesucht. Auch Fans stellten Leihgaben zur Verfügung. So wandelt der Gast höchst amüsiert von Jahrzehnt zu Jahrzehnt, kann an Hörstationen seinen Lieblingshits lauschen, steht staunend vor Plateau-Stiefeln, einer feuerspeienden Gitarre oder einem Foto mit Bundeskanzler Gerhard Schröder im einstigen Amtssitz von Erich Honecker in Berlin. Gitarrist Dieter Hertrampf (genannt „Quaster“) und seinen vier Kollegen ist jeweils eine Extra-Nische mit persönlichen Dingen gewidmet.

„Wir hatten die Idee für die Ausstellung vor drei Jahren, als wir das 800-jährige Stadtjubiläum vorbereiteten“, erinnerte sich die parteilose Bürgermeisterin Christina Gericke. „Das sollte eine tolle Aufwertung für unsere restaurierte Burg werden. Und nun sind wir glücklich, dass es tatsächlich geklappt hat.“

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) freut sich über die Ausstellung. Man könne manchmal die Musik auch weglassen, weil die Texte für sich sprechen würden, lobte er. Es sei schon bemerkenswert, dass die Band erfolgreich 20 Jahre im Osten und 20 Jahre im vereinten Deutschland gespielt habe. Dabei sei sie 1970 kurzzeitig verboten worden, erinnerte Platzeck. Ihre Musik habe die jugendlichen Zuhörer zu „entarteten Bewegungen“ verleitet, so die damalige Begründung. Claus-Dieter Steyer

Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 4,50 Euro, ermäßigt 2 Euro. Tel. 033678/73228, www.storkow-stadt.de

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