Ausstellung im Hildesheimer Museum : Sagenumwobene Kultur der Maya

Kostbare Kunstschätze der sagenumwobenen Kultur der Maya in Mittelamerika sind von diesem Samstag an im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim zu sehen. Die Geschichte des beeindruckenden Volkes wird bis zum heutigen Leben der Nachfahren erzählt.

Maya
Die Direktorin Katja Lembke betrachtet in der Ausstellung "Maya - Könige aus dem Regenwald" eine Jademaske (etwa 600-800 Jahre n....Foto: dpa

HildesheimAusgestellt werden rund 200 Exponate aus Mexiko und Guatemala sowie bedeutenden Museen in Europa und Israel. Die Kulturschätze wurden teils noch nie in Europa gezeigt. Sie geben Einblick in die Geschichte des Volkes, das seine Blüte zwischen 250 und 900 nach Christus erlebte. Berühmt sind die Maya vor allem für ihre Leistungen in der Mathematik, der Astronomie und der Architektur. Die Ausstellung "Maya - Könige aus dem Regenwald" wird bis zum 13. April in Hildesheim gezeigt; zuvor war sie im bayerischen Rosenheim zu sehen.

In der Ausstellung unternehmen die Besucher eine Expedition in die mit einer aufwendigen Gestaltung der Museumsräume nachempfundenen Regenwälder Mittelamerikas, wo die Maya in zahlreichen Kleinstaaten mit beeindruckenden Tempel- und Palastanlagen herrschten. Die Ausstellung endet nicht mit dem historischen Untergang der Kultur, sondern schlägt auch den Bogen zum heutigen Leben der Nachfahren der Maya. Schätzungsweise sechs bis zehn Millionen Maya leben nach Angaben von Kuratorin Inés de Castro noch heute in Mittelamerika, sehen sich aber häufig Diskriminierungen ausgesetzt.

Wie lebte der Maya-Adel?

Einblicke gibt die Schau unter anderem in die Welt des Maya-Adels, der sich kostbare Luxusgüter wie Jade, Keramik und Kakao leisten konnte. Auch Vasenmalerei, religiöse Vorstellungen, Astronomie und Schrift werden thematisiert. Schwerpunkt der Ausstellung sind die Beziehungen zwischen zwei Stadtstaaten, die jahrelang Kriege geführt haben. Zu den Höhepunkten zählt der Nachbau eines Königsgrabes mit Beigaben wie Schmuck und einer kostbaren Jademaske aus Mexiko.

Neben zahlreichen kostbaren Fundstücken - zumeist Grabbeigaben - zeigt das Hildesheimer Museum außerdem ein Modell der historischen Stadt Palenque mit Pyramiden und Tempeln. Von den ursprünglich rot gefärbten oder mit aufwendigen Malereien verzierten Bauwerken sind heute durch Witterungseinflüsse nur noch die steinernen Wände erhalten. An einem Modell wird auch der von den Maya ausgeübte Ballsport illustriert. Einen Kautschukball galt es, mit der Hüfte oder dem Gesäß über eine Zielmarkierung oder durch Ringe zu schießen. Die genauen Spielregeln allerdings sind nicht bekannt. (mit dpa)