Auszeichnung : Carl-von-Ossietzky-Preis für Inge Deutschkron

Die Schriftstellerin und Journalistin Inge Deutschkron erhält den Carl-von-Ossietzky-Preis der Stadt Oldenburg 2008. Bekannt wurde sie mit ihrer Autobiographie "Ich trug den gelben Stern".

Oldenburg/Berlin Die Schriftstellerin und Journalistin Inge Deutschkron erhält den Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik der Stadt Oldenburg 2008. "Ihr Lebenswerk steht im Zeichen des fortdauernden Engagements für Demokratie und Menschenrechte und gegen alle Formen des Rassismus", hieß es zur Begründung. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird von der Stadt Oldenburg alle zwei Jahre vergeben. Die Preisverleihung ist immer am 4. Mai, dem Todestag Ossietzkys.

Inge Deutschkron wurde 1922 in Finsterwalde geboren und wuchs in Berlin auf. Die jüdische Familie wurde von 1933 an verfolgt. Freunde versteckten schließlich sie und ihre Mutter, um sie vor den Deportationen zu schützen. Bis zur Befreiung am 8. Mai 1945 waren die beiden fast ständig auf der Flucht. Sie wanderte nach dem Krieg nach England aus, studierte dort vier Jahre und arbeitete danach im Londoner Büro der Sozialistischen Internationale.

1956 ließ sie sich in Bonn nieder und war zunächst als freie Journalistin tätig. 1958 wurde sie Deutschland-Korrespondentin der israelischen Zeitung "Maariv". Von 1972 bis zu ihrer Pensionierung 1987 arbeitete sie in der Redaktion in Tel-Aviv. 1988 kam sie zur Vorbereitung des Theaterstückes "Ab heute heißt Du Sara" nach ihrer Autobiografie "Ich trug den gelben Stern" nach Berlin zurück, wo sie seit 2001 wieder wohnt.

Mit dem Carl-von-Ossietzky-Preis werden Arbeiten oder Personen ausgezeichnet, die sich in herausragender Weise mit Leben und Werk Ossietzkys oder dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus befassen. (mit dpa)