Auszeichnung : Josef Winkler bekommt Büchner-Preis

Mit Romanen wie "Menschenkind" und "Muttersprache" erleuchte Josef Winkler die "Katastrophen seiner katholischen Dorfkindheit", lobte eine Jury, die den Österreicher jetzt mit dem Georg-Büchner-Preis auszeichnen will.

DarmstadtDer Georg-Büchner-Preis, eine der bedeutendsten deutschen Literaturauszeichnungen, geht in diesem Jahr an den österreichischen Schriftsteller Josef Winkler. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit. Der Preis ist mit 40.000 Euro dotiert und wird auf der Herbsttagung der Deutschen Akademie am 1. November in Darmstadt verliehen.

Die Jury der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung teilte zur Begründung der Preisvergabe mit: "Josef Winkler hat auf die Katastrophen seiner katholischen Dorfkindheit mit Büchern reagiert, deren obsessive Dringlichkeit einzigartig ist." Sein erster Roman von 1979 trägt den Titel "Menschenkind". 1982 erschien von ihm "Muttersprache". Winkler, am 3. März 1953 als Sohn eines Bauern in Kärnten geboren, lebt heute in Klagenfurt.

Der Georg-Büchner-Preis wurde 1923 in Erinnerung an den Dramatiker Georg Büchner (1813-1837) geschaffen. Er wird alljährlich an deutschsprachige Autoren verliehen, die sich durch ihre Arbeit um die deutsche Literatur verdient gemacht haben. Preisträger der vergangenen drei Jahre waren Martin Mosebach, Oskar Pastior (posthum) und Brigitte Kronauer. Zu früheren Preisträgern gehören unter anderen Erich Kästner, Max Frisch, Paul Celan und Heiner Müller. (mpr/dpa/ddp)