Auszeichnung : Trickreiche Jägerin wird Spinne des Jahres

Ehrung für eine merkwürdige Fallenstellerin: Da die winzige Dreiecksspinne ungiftig ist, muss sie sich etwas einfallen lassen, um ihre Beute zu überwältigen. Jetzt ist das Tier zur Spinne des Jahres gewählt worden.

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Jagt mit raffinierter Fangtechnik nach Beute: die Dreiecksspinne -Foto: Heiko Bellmann/ddp

Frankfurt/MainWegen der besonderen Bauweise ihres Netzes und ihrer Fangtechnik sei die nur drei bis sechs Millimeter große, unscheinbare und ungiftige Spinne von 71 Spinnenexperten aus 21 europäischen Ländern ausgewählt worden, sagte Peter Jäger, Präsident der Arachnologischen Gesellschaft und Wissenschaftler am Frankfurter Forschungsinstitut Senckenberg laut Mitteilung am Dienstag in Frankfurt.

Die in Westeuropa bis Ostasien in Mittelgebirgslagen weit verbreitete Dreiecksspinne (Hyptiotes paradoxus) hat relativ kurze Beine und einen dreieckigen gedrungenen Körper. Wie alle drei deutschen Vertreter der Familie der Kräuselradnetzspinnen (Uloboridae) könne sie sich perfekt tarnen, so dass sie nur schwer zwischen trockenen Ästen in Nadelwäldern zu sehen sei, sagte Jäger.

Das etwa 20 Zentimeter große Netz und die Fangtechnik sind ungewöhnlich: Zwischen einem sogenannten Signalfaden, der zum Netz führt, und dem Anheftungspunkt des Netzes lauert die Spinne auf ihre Beute. Das Netz selbst besteht aus vier radialen Spinnfäden mit dazwischen gespannten Fangfäden. Sobald ein Insekt hineingerät, verlängert die Dreiecksspinne blitzschnell den Faden hinter sich. Sofort fällt das Netz über der Beute in sich zusammen. Weil die Insekten nicht mit Gift betäubt oder getötet werden können, werden sie danach fest in ultradünne Fäden eingesponnen. Der Artname paradoxus ("die Merkwürdige") ziele auf die besondere Jagdmethode ab, sagte Jäger. (mfa/dpa)