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Elektro-Smart kommt auch nach Deutschland : Wie gemacht dafür

13.07.2012 11:49 UhrVon Rainer Ruthe
Surrt jetzt auch in Deutschland: Der Smart "electric drive" kommt im Spätsommer zu den Kunden. Foto: HerstellerBild vergrößern
Surrt jetzt auch in Deutschland: Der Smart "electric drive" kommt im Spätsommer zu den Kunden. - Foto: Hersteller

In Amerika ist er schon ein Weilchen elektrisch unterwegs. Nur in Europa mussten de Kunden bisher stets warten. Nun kann man den besten aller Smarts auch hierzulande kaufen.

So etwas ist dem Autor zuvor noch nie passiert. Sein Testwagen, ein brandneuer Smart electric drive, der erst ab September offiziell auf deutsche Straßen rollt, wird an der Alexanderstraße in Berlin rausgewinkt: "Allgemeine Fahrzeugkontrolle. Die Papiere bitte!" Es folgt die verdutze Suche nach dem Fahrzeugschein; endlich ist er gefunden. Polizeihauptkommissar Neumann von der Direktion 3 fragt plötzlich unerwartet: "Na, wie fährt es denn, dieses Elektroauto? Läuft der Motor noch?" Aha, der Autor ist Opfer besonderen Interesses geworden.

Ja, der Permanentmagnet-Synchronmotor ist "ready". Nur eben ganz leise. Und das Elektroauto ist klasse.

Viel, viel besser, als alle Unkenrufe es zuvor haben schlecht reden können. Der Polizist ist zufrieden, wünscht eine gute Fahrt – und die hat der Autor dann tatsächlich. Mit jedem Kilometer verstärkt sich dieser Eindruck: Rein elektrisch zu fahren, das ist eine höchst angenehme Fortbewegungsart. Und eine ganz einfache Sache obendrein: Sind Sie schon mal einen dieser Autoscooter auf dem Rummel gefahren? Genauso lässig fährt sich der Smart ed – nur viel, viel komfortabler. Erst als E-Mobil ist dieser Zweisitzer das ideale Stadtauto, von dem viele geträumt haben. Denn er hat beste Voraussetzungen.

Batterie im Sandwich-Boden

Gehen wir kurz zurück zur geistigen Geburtsstunde in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als der Smart unter seinen mittlerweile geschiedenen Eltern Daimler und Swatch als Elektroauto auf die Welt kommen sollte. Daraus wurde bekanntlich nichts. Doch der doppelte Sandwichboden ist noch da. In dem steckt nun die 175 Kilogramm schwere und 17,6 Kilowattstunden starke flüssigkeitsgekühlte Lithium-Ionen-Batterie, die in einem Joint-Venture von der Deutschen AUCCUmotive im sächsischen Kamenz hergestellt wird. Sicher geschützt, sorgt sie für einen tiefen Schwerpunkt und nimmt nichts von dem überschaubaren Raumangebot weg.

In sieben Stunden saugt der Smart seine Batterien am normalen Stromnetz voll. Mit Starkstrom von einer Wallbox geht das noch schneller. Foto: HerstellerBild vergrößern
In sieben Stunden saugt der Smart seine Batterien am normalen Stromnetz voll. Mit Starkstrom von einer Wallbox geht das noch schneller. - Foto: Hersteller

Obwohl der elektrische Smart 150 Kilogramm mehr wiegt als sein Verbrenner-Kollege, kommt kein Anflug von Behäbigkeit auf. "Schuld" daran ist der gegenüber der Vorgängergeneration von 30 auf 55 kW erstarke E-Motor, der nun von Bosch kommt. Weil dieser Permanentmagnet-Synchronmotor sein stattliches Drehmoment von 130 Newtonmeter praktisch aus dem Stand heraus liefert, benötigt der E-Smart kein Getriebe. Von Null bis Tempo 125 in einem Gang. Und von Null bis 60 km/h in nur 4,8 Sekunden. Da fährt der Kleine sogar Stärkeren an der Ampel weg. Der E-Motor verschafft dem Smart electic drive einen unschätzbaren Komfortvorteil gegenüber dem Verbrenner-Modell: Er ruckelt endlich nicht mehr, da ja keine Gänge gewechselt werden müssen. Trotz des Zusatzgewichts federt er mit einer neuen Abstimmung erstaunlich kommod. Und er fährt sich wunderbar leise – vor allem im Cabrio unter freiem Himmel ein völlig neues Gefühl!

Auslieferung im Spätsommer

Selten hat der Autor ein solch stressfreies Fahren in der City so genossen wie in diesem Winzling. Man fährt nach kurzer Zeit automatisch vorausschauender und bremst gefühlvoller. Dabei lädt sich die Batterie öfter auf, als man glaubt. Rekuperieren nennt dies der Fachmann. 145 Kilometer Reichweite gibt der Hersteller an. Das reicht allemal für zwei bis drei Stadtfahrten um die 25 bis 30 Kilometer. Der Fahrer ist stets im Bilde, wie viel Restkilometer er noch zur Verfügung hat. Und über das Handy erfährt er, wo die nächste öffentliche Ladesäule steht und wie weit es dorthin ist. Das gibt Sicherheit.

Rekuperation und Ladezustand der Batterie werden in Rundinstrumenten angezeigt. Auch eine App für Smartphones liefert diese Informationen. Foto: HerstellerBild vergrößern
Rekuperation und Ladezustand der Batterie werden in Rundinstrumenten angezeigt. Auch eine App für Smartphones liefert diese Informationen. - Foto: Hersteller

Bestellt werden kann der Smart ed ab sofort; ausgeliefert wird er ab Spätsommer – übrigens mit interessanten Konditionen. Bei Lieferung ist die "Drive App" zum E-Smart für die ersten drei Jahre inklusive (für Apple und Android). Eine feine Sache, denn da kann jeder abends auf der Couch abfragen, wie es seinem Schützling geht, wenn der über Nacht mit günstigem Strom in sieben Stunden an der normalen Haushaltsteckdose lädt. Und auf diesem Wege kann dieser auch bequem programmiert werden: "Um acht Uhr will ich losfahren, heize zu diesem Zeitpunkt auf 22 Grad vor". Das funktioniert im Sommer natürlich auch andersherum, wenn entsprechend vorgekühlt werden soll.

Ende des Jahres startet auch beim elektrischen Smart die obligatorische Brabus-Version mit 60 statt 55 kW starkem E-Motor. Hoffentlich klingt das Soundmodul von Brabus besser als das optional angebotene der Normalversion. Dessen sehr leiser Klang erinnert an das Summen einer fetten Drohne. Das geht bestimmt noch anders für den stolzen Aufpreis von 150 Euro.

Diese Elektroautos fahren schon heute:

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